Aus vier wird fünf

Ein kleines Erdbeerchen

Während ich diese Zeilen tippe, spielt sich hinter meinem Rücken das wilde Familienleben ab. Es ist laut, es ist messy – und ich liebe es. Verrückt, was in so ein ein paar Jahren passieren kann. Manchmal komme ich selbst nicht hinterher, wie sehr sich mein Leben verändert hat, obwohl ich so oft dachte, ich würde mich im Schneckentempo bewegen. So ist es ja meistens, es geht uns nie schnell genug. Und wenn wir die Zeit nehmen um kurz stehen bleiben, tief durchzuatmen und einen Blick nach hinten zu werfen, sehen wir erst, was für ein Weg eigentlich schon hinter uns liegt. So gehts mir jedenfalls immer wieder. 

Es ist schon eine ganze Weile her, als ich diese Seite das letzte Mal geöffnet habe, um für mich und euch zu schreiben. Die meisten meiner regelmäßigen Leserinnen werden es schon wissen, der Vollständigkeit halber möchte ich es aber auch hier auf dem Blog noch einmal offiziell verkünden: Wir sind jetzt zu fünft. Ja wirklich, Baby Nr.3 ist schon da und alle, die nun denken: „Huch, das ging aber schnell?!“ denen kann ich nur zustimmen.

 

Aus vier wird fünf

Wir waren selbst ein wenig überrascht, um ehrlich zu sein. Vielleicht haben wir das beste Timing erwischt, vielleicht sind wir auch einfach nur verrückt. (Sind das nicht alle Eltern?) Um ganz genau zu sein, teilen sich unsere beiden Kleinsten sogar den gleichen Entbindungstermin und so exakt hätten wir das niemals planen können. Aber die schönsten Überraschungen sind doch immer die, mit denen man nicht rechnet und Yva, unsere kleine, süße Erdbeere, gehört definitiv dazu. Sie ist jetzt schon seit fünf Monaten bei uns und jeden Morgen verliebe ich mich mehr in sie.

Es stimmt schon, mit jedem weiteren Kind wird das Herz und die Liebe einfach nur noch größer. Und das, obwohl es sich vorher absolut unmöglich anfühlt, noch mehr zu empfinden. Aber auch wenn meine kleinste Tochter gewünscht war, habe ich dieses Mal einen ganzen Moment länger gebraucht, meine neue – oder eher meine gewachsene – Rolle als Mama von nun drei Kindern anzunehmen. Ich bin immer noch dabei, um ehrlich zu sein. It’s a lot und auch wenn es komplett bescheuert klingt, sind drei deutlich mehr als zwei Kinder. Hier wuseln jetzt also drei völlig  verschiedene Bedürfnisse durch die Wohnung und es gelingt mir (uns) nicht immer, nahtlos von einem Level ins nächste zu switchen. Das frischgebackene Schulkind hat neuerdings wieder viel Kuschel-und Redebedarf, das Kitakind ist voll im Trotzalter angekommen und das Baby ist halt ein Baby. Herzlich willkommen im Leben zu fünft.

Aber ich lerne. Ich kann es nicht anders sagen, meine Kinder sind meine härteste Schule. Mein Alltag besteht aus viel mehr Akzeptanz für all die kleinen und großen Dinge, die ich nicht ändern, nur annehmen kann. So viel mehr Liebe für eine unaufgeräumte Wohnung, für den viel zu kleinen und immer vollen Wäschekorb, für einen Esstisch voller Kleber und Farbe, für Krümel im Bett. Ich bin dankbar für unser Zuhause, für verständnisvolle Freunde, für die Schokoschublade im Kühlschrank, für den Fernseher im Schlafzimmer (mega!) und die melancholische Zuversicht, dass nichts so bleibt wie es ist. Mittlerweile sehne ich mich nicht mehr nach den nächsten Schritten, denn auch wenn die Tage lang sind, läuft die Zeit trotzdem viel zu schnell.

Ich wachse. Mein Herz wächst. Und ich freu mich wieder, die Kapitel mit Worten zu füllen.

 

 

 

 

 

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