Ein guter Montag

Ja, zugegeben, gerade ist nicht die einfachste Zeit für mich, um positiv durch die Welt zu spazieren. Ich bin es trotzdem, irgendwie. Ich glaube, ich bin einfach wirklich so, das steckt in mir drin. Ich hab mir das erarbeitet. Ich bin traurig und trotzdem dankbar, ich bin traurig und trotzdem glücklich. Ich kann wirklich viel ertragen, ich fühl mich wie ein kleines Steh-Auf-Männchen, das gar nicht anders kann, als wieder auf die Beine zu kommen und ich finde, ich kann stolz darauf sein, dass ich so bin. Ich bin stark, das wusste ich vorher, aber ich fühl mich gerade von Kopf bis Fuß voll in meiner Kraft, weil ich weiß, dass ich meine Lebenskrisen meistern kann. Deswegen hab ich das Gefühl, dass heute ein guter Tag für einen guten Montag ist.

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Hey, hey, Henry!

Wir haben vor zwei Wochen Henrys Geburtstag gefeiert. Boah. Ich lass meinem Mama-Stolz jetzt mal freien Lauf: Was haben wir für ein tolles Kind? Es ist wirklich der Wahnsinn, wie lieb und lustig und komisch und klug diese kleine Person ist. Dabei ist der erst drei! Oder schon drei? Na, jedenfalls ist er ein absolut großartiges Kind, macht uns so, so stolz, haut uns echt jeden Tag um (er lernt jetzt Buchstaben und hat vorhin im Auto ein „H“ in die Luft gemalt, ich brech zusammen, ehrlich!) und macht so ganz selbstbewusst und ruhig sein Ding. Wie ein richtiger Mensch. Wahnsinn! Er denkt sich voll komplexe Rollenspiele aus, puzzelt was das Zeug hält, baut Hubschrauber und Raketen aus Legobausteinen und wir stehen immer nur daneben und uns bleibt die Luft weg. Krass, das ist unser Kind. Wow, mega, den haben wir super hingekriegt. Ihr merkt schon, ich fühl gerade sehr, dass unser Leben mit Kind nur noch und noch schöner wird – ja, auch teurer und anstrengender – aber vor allem irre schön.

Ein Netz aus Liebe

Als es mir so schlecht ging, wollte ich eigentlich nur eins: Meine Familie um mich haben, am liebsten alle. Einfach, weil diese Menschen, egal an welchem Ort wir sind, mein Zuhause sind. Mittlerweile sind meine Geschwister ja nicht mehr alleine, da gibt es Partner und Kinder und Schwiegereltern und Großeltern. Wir sind schon eine kleine Chaostruppe, die jede Menge Lärm macht. Aber als wir letzte Woche zuhause waren, hatte ich das Gefühl, so ist die Welt in Ordnung. So kann sie wieder zusammenwachsen. Das war wie eine große Liebes-Infusion und ich bin unendlich froh, dass wir uns haben. Alex und ich haben uns so sehr an unser kleines Leben in der Großstadt gewöhnt, daran, alles immer alleine machen zu müssen und wir haben Freunde gefunden, die sich längst wie Familie anfühlen – und sind auch total happy damit, uns fehlt nichts. Aber es ist gut zu wissen, wenn das eigene Leben aus den Fugen gerät, ist da ein riesiges Netz aus Liebe, dass uns auffängt.

Kein Gefühl ist ausschließlich

Ich hab viel übers Glücklich sein und Positivität gelesen, manche schimpfen drüber, manche haben das zu ihrem Mantra gemacht. Ich bin gar nicht dagegen oder dafür, aber ich glaube viel mehr, alle Emotionen sind dazu da, gelebt zu werden. Wir blenden in unserer Kultur ganz gern aus, dass die Welt eben nicht für alle ein „Malen-nach-Zahlen“ ist, den meisten Menschen geht es verdammt schlecht, weil sie auf dem falschen Kontinent, in die falsche Familie, in das falsche Geschlecht geboren wurden. Wir können nicht nur mit positiven Gedanken unser Leben verändern, das wäre ja irgendwie zu einfach – und dafür sind wir zu komplex. Ich hab mich schon ein bisschen über mich gewundert, weil mich die Fehlgeburt und die Angst davor, dass es wieder passieren könnte, nicht niederschmettert. Ich glaube, es liegt an meiner kleinen, aber feinen Erkenntnis: Weil kein Gefühl, kein Zustand, kein Gedanke ausschließlich ist. Diese Erkenntnis tröstet mich sehr, weil meine Trauer und mein Glück nicht miteinander konkurrieren, sondern nebeneinander existieren können.

Ich hab übrigens letzte Woche die Podcastfolge „Wie bleibt man mutig, Doris Dörrie?“ von Stefanie Luxat gehört. Die sehr pragmatische Art und trotzdem emotionale, tiefe Denkweise von Doris mag ich sehr. Vielleicht ist das auch was für euch.

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Endlich Hochzeitsfieber!

In den letzten Wochen sind so viele Sachen nebeneinander passiert, dass unsere Hochzeit total in den Hintergrund gerückt ist. Dabei ist die schon in 6 Wochen und so langsam steigt unsere Aufregung, wir müssen uns um Details kümmern und hoppla, sind hier und da auch schon mit unseren Vorstellungen auf die Nase gefallen. Blumen zum Beispiel. Wir haben diese Woche also noch einiges vor, aber es ist so schön, dass uns dieser Tag bevorsteht. Ich hab in den letzten Wochen natürlich auch mal gedacht: „Wir blasen alles ab!“, aber der Grund, warum wir feiern, ist unsere Liebe, das wir uns haben, das wir uns schon seit 16 Jahren zur Seite stehen. Und das blasen wir auf keinen Fall ab, das werden wir feiern.

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