Böse, traurig, wütend, froh | Mit Kindern Emotionen lernen

Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht, ob es dafür ein zu früh oder zu spät gibt, aber ich bin sicher, dass es absolut notwendig ist, Kindern spielerisch beizubringen: Deine Gefühle sind ok und zwar alle! Irgendwo zwischen sich mitteilen wollen aber noch nicht ausdrücken können gehörten Meltdowns zu unserem Tagesprogramm. Henry war die Frustration ins Gesicht geschrieben und dass ich ihn nicht wirklich verstand, machte es nur noch schlimmer.

Deine Gefühle sind ok!

Ich glaube, so ein bisschen Frust ist gar nicht unwichtig, damit Kinder wirklich etwas lernen wollen und können, deswegen haben wir diese Phasen vor allem mit Geduld überstanden. Geduld und viel Rotwein nach 20 Uhr. Wenn man erst ein oder zwei Jahre alt ist, gibt es so viele Gründe viele dolle Gefühle zu fühlen. Das Essen kommt zu spät, ist zu heiß, schmeckt nicht, was ist mit Nachtisch, wieso soll man vorher aufessen, wieso soll man überhaupt essen, spielen ist doof, spielen ist lustig, müde, übermüdet, Wasser ist toll, Wasser ist nass, iiih Wasser, bäh Zähneputzen, bäh Papa, nein Mama…

Und irgendwann, als ich den Eindruck hatte, dass die vielen unterschiedlichen Bedürfnisse und Gefühle über die kleine Person rollten und ein wenig zerknittert zurückließen, fingen wir an, uns mal mit diesen Gefühlen zu beschäftigen. Traurig sein ist anders als wütend sein ist anders als nervös sein und ist vor allem anders als müde sein. Weinen ist ok, schreien ist ok, sauer sein ist ok, Sachen kaputt machen ist nicht ok, hauen ist auch nicht ok, dafür ist kuscheln und warten bis es besser wird richtig ok. Am wichtigsten war für mich, dass Henry lernt: Wenn er sauer ist oder laut schreit oder unzufrieden ist, liebe ich ihn auch. Er muss nicht auf sein Zimmer gehen und sein Gefühlschaos alleine durchstehen, weil mich das Geschrei nervt – auch wenn es durchaus Nerven kostet, ruhig dabei zu bleiben – sondern wir machen das zusammen. Mir gehts ja auch besser, wenn mich jemand in den Arm nimmt, wenn mich meine Gefühle überkommen und ich mal 30 Minuten auf die ganze Welt wütend bin.

Mit Kindern Emotionen lernen | Kinderbücher und Spielzeug um Gefühle kennenzulernen und zu differenzieren

Gefühle differenzieren lernen

Diese Differenzierungen kann man ganz toll spielerisch lernen, ohne jetzt zu pädagogisch klingen zu wollen. Es gibt richtig schöne Kinderbücher und Spielzeug, mit deren Hilfe man das große Gefühlsknäuel ein bisschen entwirren kann. Dazu gehört auch, die Stimme kennenzulernen, Mimik zu entziffern, Situationen zu erkennen.

Meine ersten Emotionen mit LEGO – Gefühle erklären

Das Set enthält vier Figuren zum Zusammenbauen, die verschiedene Gefühle zeigen. Die bedruckten Spielsteine inspirieren zu alltagsnahen Geschichten, z.B. gibt es doppelt bedruckte Bausteine mit einer Eistüte und einem heruntergefallenem Eis, einem aufgeblasene und geplatzte Fußball, einem glückliche und einem verletzte Teddy oder auch schlafen gehen und aufwachen. Wir haben das Lego-Set mit in den Urlaub genommen, um bei schlechter Stimmung ein paar neue Impulse zu schaffen und hatten viel Spaß, die Kinder dabei zu beobachten, wie sie ganz alleine die verschiedenen Stimmungen auf den Spielsteinen erkannt haben und sich dazu Geschichten erzählten. Am traurigsten fanden natürlich beide Kids das heruntergefallene Eis…so schade. ;)

Mit Kindern Emotionen lernen | Kinderbücher und Spielzeug um Gefühle kennenzulernen und zu differenzieren

Heute bin ich – Ein Kinderbuch von Mies van Hout

Das Buch gehörte zu den Ersten in unserer Sammlung und ist immer noch ein Liebligsbuch von Henry. So richtig was damit anfangen kann er ungefähr seit seinem zweiten Geburtstag, aber seitdem kann er sehr gut imitieren, wie ein böser oder wütender oder nervöser Fisch macht, nämlich „grrrrr“ oder „uhaaaa“ oder „uuuuuuuh“ inklusive bestem Gesichtstheater.

Bildkarten Gefühle (für Kindergarten und Grundschule)

Die Bildkarten sind eine Empfehlung von einer befreundeten Grundschullehrerin und lassen sich natürlich auch selbst gestalten, aber für unkreative Eltern oder Eltern mit wenig Zeit ist das eine schöne Alternative. Kinder werden spielerisch in ihrer emotionalen Entwicklung begleitet, können Lösungen vorschlagen, lernen den Umgang mit schwierigen Gefühlen und darüber zu sprechen.

Mit Kindern Emotionen lernen | Kinderbücher und Spielzeug um Gefühle kennenzulernen und zu differenzieren

Am Ende ist das Familienleben natürlich keine Theorie, sondern ein echtes Miteinander. Aber gerade Bücher und sinnvolle Spielsachen können bei Kleinkindern so viele wichtige Entwicklungen fördern und für Eltern ein wichtiges und unkompliziertes Tool darstellen, um ihre Kinder dabei zu begleiten.

 

Dieser Beitrag enthält Werbung und ist in freundlicher Zusammenarbeit mit Lego entstanden. 

 

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