1000 Fragen an mich selbst #1

Wer bin ich eigentlich, seit ich Mutter bin?

 

In meinem letzten Blogpost habe ich schon ein wenig durchklingen lassen, dass das letzte Jahr eine Herausforderung für mich war und irgendwie – gerade wegen der vielen Hürden – auch deswegen besonders heilsam. Es war mein zweites Jahr als Mutter, die erste Babyaufregung hatte sich gelegt, mein „Welpenschutz“ war zu Ende und der Alltag mit seinen Aufgaben bretterte voll auf mich zu. Ich habe mir viele Gedanken machen müssen, die unbequem sind und eine davon war: Wer bin ich eigentlich, seit ich Mutter bin? Darüber habe ich viel geredet, aber auch gestritten. Ich habe mich von Menschen, die mir nahe stehen, oft alleine gelassen und unverstanden gefühlt und an ganz unerwarteter Stelle aufgefangen und angenommen. Für mich persönlich hatte ich schon längst das Gefühl, dass ich genug bin und genug gebe, aber es hat mich unheimlich aus dem Gleichgewicht gebracht, dass ich in einer Sache kritisiert werde, die für mich vollkommen war. Mir ist erst vor einigen Wochen bewusst geworden, dass ich nicht für andere definieren muss, wer ich sonst noch bin, außer Mama. Sondern dass ich für mich verstehen will, wer ich bin. Ich. Regina. Nicht außer meiner Mutterschaft, sondern mit allem, was zu mir gehört.

Mama sein gehört zu mir

Mama zu sein ist keine Facette von meiner Persönlichkeit, kein Label, dass ich ablegen könnte, wenn ich wollte. Es durchdringt mich, ist für immer Teil von mir und wird immer beeinflussen, wie ich lebe und meine Entscheidungen treffe. Aber ja, es gibt Momente, da wird mir alles zu viel, weil es so SCHWER sein kann, sich nicht darin zu verlieren. Ich vermisse manchmal meine Leichtigkeit und Spontaeneität und verstecke mich dann gerne hinter der Erklärung, dass es mit Kind eben anders ist. Klar ist es anders, aber ich könnte wieder ein bisschen lockerer werden, mich mit einem guten Gefühl mehr um mich kümmern. Die Leichtigkeit wird nicht einfach wieder da sein, denn…

…ich werde nie mehr keine Mama sein.

…ich werde nie mehr einfach in den Tag hineinleben, ohne an meine Liebsten zu denken.

…ich werde immer jemanden vermissen, wenn ich alleine bin.

Die Idee von Johanna ist wunderschön, sich selbst das ganze Jahr über 1000 Fragen zu stellen, mich auf eine Reise zu mir selbst zu machen und vor euch zu öffnen. Ich habe mich im letzten Jahr oft gefragt – während ich Lina als Geschäftspartnerin dabei unterstützte, sich noch besser als Marke aufzubauen – wo ich mit diesem Blog hin will. Was kann ich euch erzählen, das ihr nicht schon wisst oder ein anderer viel besser erklären könnte? Es gibt nichts, das war meine Erkenntnis. Außer vielleicht, dass ich euch inspirieren kann und die Dinge auf meine Weise mache. Also hier bin ich, mit meinen Antworten auf die ersten 20 von 1000 Fragen an mich selbst.

 

20 Fragen an mich selbst

 

1.Wann hast du zuletzt etwas zum ersten Mal getan? 

Ich habe gestern zum ersten Mal einen Tisch abgeschliffen und lasiert.

2.Mit wem verstehst du dich am besten? 

Ich verstehe mich am besten mit Alex. Nach 15 Jahren zusammen kennt er mich fast besser als ich mich selbst.

3.Worauf verwendest du viel zu viel Zeit? 

Rumhängen, nichts tun, surfen, unwichtige Dinge lesen. Das stört mich so sehr an mir selbst, dass ich meinen Handykonsum streng regeln muss, gerade wenn Henry dabei ist.

4.Über welche Witze kannst du richtig laut lachen? 

Es ist mir ein bisschen peinlich, aber ich find mich selbst echt, echt witzig. Manchmal lache ich am lautesten über meine eigenen Witze. Huch.

5.Macht es dir etwas aus, wenn du im Beisein von anderen weinen musst? 

Ja, total. Ich hasse es, wenn mir die Tränen kommen, nicht weil es meine Schwäche zeigt, das ist schon ok, sondern weil man die anderen so schrecklich in Verlegenheit damit bringt. Und dann wirds komisch. Meistens will ich ja auch gar nicht getröstet werden oder einen guten Rat hören, sondern einfach nur mal eben rauslassen, was raus muss.

6.Woraus besteht dein Frühstück? 

Kaffee. Ich esse morgens eigentlich nie etwas, außer am Wochenende, wenn wir gemeinsam frühstücken.

7.Wem hast du zuletzt einen Kuss gegeben? 

Meinem Sohn beim Abschied in der Kita.

8.In welchen Punkten gleichst du deiner Mutter? 

Das frage ich mich, ehrlich gesagt, auch manchmal. Ich denke oft, dass ich eher nach meinem Papa komme, da erkenne ich ganz viele Parallelen. Aber sie hat mir die Liebe für gutes Essen mitgegeben und das Händchen dafür, wie man ein Haus zu einem Zuhause macht.

9.Was machst du morgens als erstes?

Kuscheln.

10.Kannst du gut vorlesen? 

Ich hab sogar mal einen Vorlesewettbewerb gewonnen, cool oder? Ich musste früher auch schon immer meiner kleinen Schwester vorlesen, irgendwann haben Alex und ich angefangen, uns gegenseitig vorzulesen und jetzt lese ich Henry vor. Das ist wunderschön, ich genieße das total.

 

11.Bis zu welchem Alter hast du an den Weihnachtsmann geglaubt?

Ich glaube immer noch an ihn. ;)

12.Was möchtest du dir unbedingt mal kaufen? 

Ich habe da dieses Bild von einem alten Haus in meinem Kopf, mit einem Garten und vielen knorrigen Bäumen, in die wir eine Schaukel hängen könnten. Ich sehe Alex und mich in einem alten Stall arbeiten, das wir zu einem Atelier umgebaut haben und wie wir Tee trinkend, Arm in Arm, den Nebel beobachten, der über das Gras zieht und sich langsam auflöst. Frieden kann man nicht kaufen, aber ich glaube, das kommt dem schon ziemlich nah.

13.Welche Charaktereigenschaft hättest du gerne? 

Ich wäre gerne ruhiger, bedachter, stiller. Es nervt mich so oft an mir selbst, dass ich einfach nicht die Klappe halten kann.

14.Was ist deine Lieblingssendung im Fernsehen?

King of Queens und Bill Cosby.

15.Wann bist du zuletzt in einem Vergnügungspark gewesen? 

Im August 2015, weil ich einen Dreh im Heidepark begleiten musste. Allerdings war ich im 4. Monat schwanger, meine Action bestand aus Brezeln suchen und Brezeln essen.

16.Wie alt möchtest du gerne werden? 

Ich möchte so alt werden, dass ich das Leben meiner Kinder und vielleicht auch meiner Enkelkinder begleiten kann. Und ich wünsche mir, dass ich loslassen kann, wenn es soweit ist.

17.An welchen Urlaub denkst du mit Wehmut zurück? 

Ich denke oft an unseren Urlaub in Thailand zurück, wie sehr wir unser Geld damals als Studenten zusammengespart haben und die beste Zeit dort hatten. Wir haben einfach ohne Plan und Ziel in den Tag hineingelebt, geschlafen und gegessen wenn uns danach war. Das war schon ziemlich großartig.

18.Wie fühlt sich Liebeskummer für dich an? 

Einsam.

19.Hättest du lieber einen anderen Namen? 

Ich fand meinen Namen früher komisch, weil er irgendwie so altbacken klingt. Nach fast 30 Jahren habe ich mich an den Klang meines Namens gewöhnt, er passt zu mir.

20.Bei welcher Gelegenheit hast du an dir selbst gezweifelt? 

Gerade was meine beruflichen Entscheidungen angeht, tue ich mich wirklich schwer. Die Selbstständigkeit nach der Elternzeit gehörte zum Beispiel dazu: Das Risiko, kein festes Einkommen beisteuern zu können, aber gleichzeitig der Druck, ein gewisses Einkommen verdienen zu müssen. Keine festen Arbeitszeiten, aber feste Kita-Zeiten und das permanente Gefühl an sich selbst zu scheitern, weil man den eigenen Ansprüchen nicht gerecht wird. Ich werde besser darin, mich von äußeren Zwängen loszumachen und Zweifel als etwas positives zu sehen, was mich in der Konsequenz klüger und selbstbewusster macht.

 

One thought on “1000 Fragen an mich selbst #1

  1. Miri

    Tolle Idee, ich freue mich auf die weiteren 980 Fragen :)

    Antworten

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