Mein Wochenende in Worten und Bildern

#KW33

Einmal aussteigen, bitte!

Es ist zwar schon Mittwoch, aber hey, es ist nie zu spät für ein Wochenende in Worten und Bildern, oder? Freitagnacht haben wir uns auf den Weg in den Urlaub gemacht. Henry ist nicht der beste Beifahrer, deswegen haben wir uns für eine Nachtfahrt entschieden und da ich Auto fahren liebe, hab ich den größten Teil der Strecke übernommen, während meine Jungs ein bisschen geschlafen haben. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie glücklich mich das gemacht hat, das Auto vollgepackt, eine leere Autobahn, Regen und die Aussicht auf eine völlig entschleunigte Woche mit meiner Familie in Nordfrankreich. Eine Woche aussteigen, das brauche ich gerade mehr als alles andere. 

Viele Kilometer und ungezählte Serpentinen später kommen wir oben auf dem Berg an, stellen unsere Koffer ab, atmen tief durch und genießen einen Wahnsinnsausblick auf den Wald und das Tal vor uns. 

Nach und nach trudeln die anderen ein, wir beziehen unsere Zimmer, trinken ein erstes Glas Rotwein, die Kinder purzeln durch den Garten und ich brauche nur diese wenigen Augenblicke, um mich komplett zu entspannen. Das ist es, denke ich, was zählt im Leben. Wir erkunden den Wald, der hinter unserem Garten schon beginnt, sammeln zwei riesige Schüsseln wilde Brombeeren, entdecken Ruinen und sammeln Steine. Natürlich, was sonst.

Stadtmädchen in der Woche, Dorfpflanze am Wochenende

Das Schöne ist: Man kann hier überhaupt nicht viel unternehmen. Der Ort ist so klein, hier leben gerade mal 600 Menschen, auf dem Feld neben uns grasen 2 Kühe und Abends wird es dank fehlender Laternen und Nachbarn so dunkel wie ich es schon lange nicht mehr erlebt habe. Ich dachte, ich wäre ein richtiges Stadtmädchen. Wenn wir in die Heimat fahren, kommen mir 24h wie zwei Wochen vor, ich gehe ein vor Langeweile, mir fehlt die Bewegung, die Geräuschkulisse, die Möglichkeiten, die ich zwar nicht nutzen muss, aber kann. Hier merke ich wieder, wie sehr ich die Ruhe genieße, wie vollständig und gut ich mich fühle wenn meine Familie in der Nähe ist und wie sehr ich mir ein eigenes Heim mit Garten wünsche. Das mag alles so trivial klingen, aber es würde mich glücklich machen.

 

Gedankenkarussel

Die letzten Wochen waren intensiv, emotional angespannt, ich hab ein bisschen meinen Kurs verloren und viele Stunden damit verbracht, mich mit meinen Gedanken im Kreis zu drehen. Es gibt Entscheidungen, die fühlen sich im Bauch falsch an und es gibt welche, die fühlen sich vom ersten Moment genau richtig an. Ich glaube, wir zweifeln so oft nur so lange, weil wir Angst vor den Nachwirkungen haben. 

Beim Spazieren kann man so unheimlich gut nachdenken. Darüber, was wirklich zählt im Leben, darüber, was einen glücklich oder unglücklich macht, darüber, wie wenig man eigentlich braucht, um erfüllt und zufrieden zu sein. Manchmal ist der Alltag so laut und schnell, dass man gar nicht dazu kommt, hier und da vielleicht mal innezuhalten und zu schauen, ob man noch auf dem richtigen Weg unterwegs ist. Stehen zu bleiben ist keine Schwäche, ein paar Schritte zurück zu gehen kein Zeichen von Unsicherheit und Ängstlichkeit und einen ganz anderen Weg einzuschlagen heißt nicht, dass man sich selbst nicht treu bleiben kann. Manchmal sind Veränderungen genau das Richtige und manchmal gibt es nichts Schöneres, als Wurzeln zu schlagen. 

 

Brainfood

Weil mich die letzten Wochen etwas mehr gefordert haben, brauchte ich Ablenkung, gute Gedanken und  Inspiration, um mich wieder in die Spur zu bringen. Vielleicht kennt ihr das, gerade an blöden Tagen neigt man dazu, seine Zeit mit Zerstreuung zu füllen, ohne sich danach besser zu fühlen. Also fing ich wieder damit an, mein Handy in den Flugmodus zu stellen und vor dem Schlafen zu lesen statt durch Instagram zu scrollen und klassische Musik zu hören (das mache ich seit Jahren und hilft so sehr dabei, mich zu entspannen). Sobald Henry einschläft, zähle ich auf, was mich heute glücklich gemacht hat und wundere mich immer wieder darüber, wie wenig es braucht, um den Tag mit einem guten Gefühl zu beenden. Ich habe hier„The Big Five for Life“ durchgelesen und auch wenn die Geschichte etwas konstruiert erzählt wird (man sollte es lieber auf Englisch lesen), habe ich mich dazu inspiriert gefühlt, meine großen Lebensziele zu formulieren und mir zu überlegen, inwiefern ich darauf hinarbeiten kann, was mich antreibt und was mich festhält. Mit Alex darüber zu sprechen, hat mir wieder einmal gezeigt, wie wichtig Kommunikation in einer Beziehung ist und wie wenig wir eigentlich sagen, obwohl wir den ganzen Tag reden.

One thought on “Mein Wochenende in Worten und Bildern

  1. Alexandra

    Wunderschöne Worte und man nimmt sich viel zu selten Zeit wirklich zu realisieren, was einem wichtig ist und was wirklich glücklich macht. Das weiß ich alles und doch fehlt so oft die Muße und vermutlich auch der Mut diese Entschleunigung bewusst zu suchen! Es ist so schön zu lesen, dass du so ein gutes Verhältnis mit deinen Geschwistern hast! Ich liebe meine sehr und träume davon, dass wir irgendwann alle mit eigenen Kindern auch so einen Urlaub unternehmen. Ganz liebe Grüße an dich!

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