BYE, JULY!

Ich habe mich dieses Jahr so sehr auf den Sommer gefreut und immerhin hatten wir schon ein paar Tage, die sich zumindest etwas danach angefühlt haben, sonst würde ich niemandem glauben, dass der Juli schon wieder vorbei ist. Es stimmt ganz einfach, was einem alte Menschen früher immer etwas vorwurfsvoll entgegenflüsterten: Die Zeit rennt an einem vorbei. Ich trauere ihr gar nicht unbedingt hinterher, aber manchmal wundere ich mich einfach, wie viele besondere Momente und schöne Tage schon hinter mir liegen. Der Juli war unspektakulär, aber sehr emotional, hat mich herausgefordert, mich aber auch wieder auf die Spur gebracht. Ich habe euch schon lange kein Update mehr darüber gegeben, wie mein Leben gerade aussieht, weiß aber, dass euch diese Posts gut gefallen, deswegen gibt es heute Neuigkeiten und Gedankenschnipsel von mir.

 

#familylife

Alex hat extrem viel gearbeitet, er sitzt an Projekten, die viel seiner Zeit und Energie einfordern und was ich euch gerade verständnisvoll zu erklären versuche, fällt mir im Alltag oft so schwer, wirklich zu fühlen. Ich weiß, dass ich ihm den Rücken freihalten kann, ist keine Selbstverständlichkeit und fällt mir in der Regel auch überhaupt nicht schwer, aber im Moment ist es vor allem kräftezehrend. Gerade wenn Henry in einer anstrengenden Phase steckt und zahnt, die Nächte kurz sind und die Tage intensiv, wünschte ich mir manchmal eine winzige Auszeit zum Durchatmen, Kopf frei kriegen, Energie tanken. Manchmal würde ich am liebsten einfach ins Büro gehen und einen Job machen, der mich nicht den ganzen Tag begleitet. Ich wünsche mir einen Abend, an dem ich mich darauf verlassen kann, dass Alex vor 21 Uhr nach Hause kommt. Oder ein Samstag, an dem er nicht wieder spontan ins Büro muss. Ich kann euch gar nicht aufzählen, wie oft ich in den letzten Monaten schon gedacht habe, meine Energiereserven seien ausgezehrt, um dann doch wieder mit neuer Kraft und guten Gedanken durch den Tag zu kommen. Es macht uns stark, viel miteinander zu sprechen, unsere Gedanken zu teilen und nah beieinander zu bleiben, damit sich keine Distanz in den Alltag einschleicht. Vielleicht kennt ihr das Gefühl, von dem ich spreche?

Umso schöner sind die richtigen Familienzeiten, in denen wir es genießen, zusammen zu sein! Wir waren im Tierpark mit Freunden, haben alle Pfützen in Eimsbüttel gesucht und gefunden und viele Stunden auf dem Spielplatz verbracht. Für ein Wochenende sind Henry und ich in meine Heimat gefahren, um meine Eltern und Geschwister zu besuchen, was genau das richtige für mich war. Es brauchte Mamas guten Rat in einer persönlichen Angelegenheit, ein bisschen im Garten liegen mit meiner Schwester und ein paar dumme Sprüche meiner Brüder, um mit positiver Energie nach Hause zu fahren. Auch wenn ich in Hamburg zuhause bin, erdet es mich wie nichts anderes, Zeit mit meiner Familie zu verbringen.

#mommyfeelings

Der Juli war bittersüß, es gab besondere, wunderschöne Momente und einige, die schwerer wiegen, als mir lieb ist. Ich habe so viele zarte, innige Augenblicke mit Henry erlebt, die mich sehr berührt und emotional gemacht haben. Manchmal vergesse ich, wie klein er noch ist, wie sehr er mich noch braucht, wie viel Sicherheit ich ihm in seiner kleinen Welt gebe, die täglich größer und aufregender für ihn wird. Ich fühlte mich in den letzten Monaten oft unter Druck gesetzt, Henry mehr von mir abzunabeln – dabei habe ich bisher immer auf mein Herz und mein Bauchgefühl gehört und konnte mich ohne Ausnahme darauf verlassen. Die Erkenntnis, wie klein er eigentlich noch ist und wie abhängig sein Wohlbefinden von uns ist, hat mich wieder zurück in die Spur gebracht, mich vom Urteil anderer frei zu machen. Die Hauptsache ist, dass wir als Familie glücklich sind, dass wir nah beieinander sind, dass wir uns wohl fühlen. Trotzdem freue ich mich schon sehr auf den Krippenstart im Oktober, weil ich einfach weiß, wie großartig Henry andere Kinder findet und wie sehr es mir helfen wird, meinen Alltag mit Arbeit und Kind besser zu strukturieren.

#travel

Ich kann es nicht abwarten, Ende August ins Auto zu steigen, nach Nordfrankreich zu fahren und eine Woche Urlaub mit meiner ganzen (!) Familie zu machen. Wir sind mittlerweile 12 kleine und große Personen, haben deswegen ein schönes weitläufiges Landhaus zwischen Weinbergen und Seen gemietet und die Aussicht auf sieben Tage mit meinen liebsten Menschen macht mich so glücklich. Henry wird sich endlich mal richtig mit seinen Cousinen und seinem Cousin anfreunden und wir werden wieder nah zusammen rücken, was im Alltag zwischen Hamburg und Minden oft einfach gar nicht möglich ist. Ich freue mich so sehr, merkt man gar nicht, oder? ;)

 

#brainfood

Ich habe wieder gelesen, viel Musik gehört, mich mal wieder mit Hobbys befasst und meine Synapsen ein bisschen arbeiten lassen. Mein Lieblingsbuch diesen Monat war ‚Girl on the Train‘, ich habe es verschlungen und fand es viel, viel besser als den Film! Ein tolles Buch für den Urlaub, falls ihr noch auf der Suche seid. Außerdem höre ich im Moment wieder so gerne klassische Klaviermusik, es lässt mich abends einfach am besten runterkommen, dabei noch schreiben oder einfach meine Gedanken entwuseln. Und dann habe ich mich meinem neuen Hobby gewidmet, nachdem die Sache mit dem Nähen jetzt doch erstmal am Nagel hängt, bis ich ein eigenes Arbeitszimmer habe. Nadeln, Garn und Scheren sind keine guten Spielkameraden für Henry, deswegen habe ich wieder alles ordentlich verstaut, bis es eben irgendwann so weit sein sollte. Vor ein paar Monaten hat Alex mir ein Lettering-Buch mitgebracht, nachdem ich ihm ein paar Tutorials gezeigt habe. Ich war so schnell angefixt, habe tagelang Buchstaben geübt und meine ersten Lettering-Versuche hinter mir. Ich habe mir jetzt zwei neue Bücher bestellt, die diesen Monat erst rauskommen (von May & Berry und Frau Hölle) und von tollen Instagram-Mädels geschrieben wurden. Ich bin so gespannt und unterstütze meine Kolleginnen natürlich gerne!

Um diese beiden Bücher geht es: Hand Lettering Alphabete von Tanja Cappell (alias Frau Hölle) und Hand Lettering Watercolor von Yasmin Reddig und Sue Hipler (so süße Mädels!). Anfang September mach ich mit Luise zusammen einen Workshop und darauf freu ich mich schon sehr!

#welovehh

In Hamburg fand der G20-Gipfel statt, darüber wurde viel gesagt, geschrieben, viel verurteilt und gefühlt die halbe Welt stand in Aufruhr, weil hier hunderte Maskierte die Stadt auseinander genommen haben. Ich verstehe den Protest, ich respektiere, dass er laut und unbequem sein muss, damit er gehört wird, aber ich lehne jede Form der Gewalt ab. Wenn die Scheiben von kleinen Geschäften beschmiert und eingeschmissen werden, wenn berufliche Existenzen vor dem Aus stehen, wenn sich alte Leute nicht vor die Tür trauen, wenn ich Angst davor haben muss, mit einem Kind auf eine friedliche Demo zu gehen, dann bewegen wir uns in keinem wertungsfreien Raum mehr. Ich habe Kritik dafür eingesteckt, aus meiner Eimsbüttel-Blase überhaupt darüber zu sprechen, dabei finde ich nicht, dass ich mittendrin gewesen sein muss, um mir eine Meinung zu bilden. Hamburg ist mein Zuhause, die Stadt, in der ich angekommen bin, deswegen darf ich neben einer persönlichen Auseinandersetzung mit dem Thema auch – ganz oberflächlich-  traurig darüber sein, dass so vieles zerstört wurde, was einfach keinen Sinn ergibt.

 

#babyjoggerbloggersquad

Einigen von euch ist das Logo in meiner Sidebar bereits aufgefallen und auf Instagram habe ich euch schon etwas mehr darüber erzählt. Ich bin für die nächsten sechs Monate Teil des deutschen #babyjoggerbloggersquads und werde zusammen mit Laura und Mona verschiedene Modelle von Babyjogger für euch testen und hier darüber berichten. Mir ist unheimlich wichtig, dass meine Erfahrungsberichte und Kooperationen authentisch sind, euch aber auch einen Mehrwert bieten, deswegen freue ich mich wirklich sehr über diese schöne Zusammenarbeit! Langfristige Kooperationen mit Kunden sind zwar selten, machen aber so viel Sinn in unserer Branche und sollten viel öfter von Brands anvisiert werden. Intensiv mit einer Marke zusammenzuarbeiten, die Produkte auf Herz und Nieren zu testen und die deutsche Markteinführung zu begleiten ist schon etwas besonderes für mich. Babyjogger entwickelt seit 1984 Kinderwagen und Buggys für aktive Eltern, die nicht nur auf einem hohen Produktionsniveau hergestellt werden, sondern auch mit smarten Alltagslösungen für verschiedene Bedürfnisse überzeugen. Wir starten unseren Test mit dem City Tour, einem Buggy, der zusammengeklappt nur so groß wie ein Rucksack ist und sich in weniger als 5 Sekunden zusammenklappen lässt! Gerade für Eltern, die viel unterwegs sind, kann das eine super Alternative im Alltag sein…

 

Was sind eure liebsten Momente im Juli gewesen?

 

2 thoughts on “BYE, JULY!

  1. Severine

    Danke für deine ehrlichen Einblicke in deinen Juli. Ich mag diese Posts sehr gerne. Wunderbar geschrieben.

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  2. Alexandra

    Ich kann mich nur anschließen: Ich liebe deine Posts, wo du deine Leserschaft so an deinen Gedanken und Gefühlen teilhaben lässt!

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