Juni in Worten und Bildern

"Hat sich nicht wie 6 Monate angefühlt..."

Könnt ihr glauben, dass die erste Hälfte des Jahres schon um ist? Ich nicht, ganz im Gegenteil, ich bin gerade ziemlich sprachlos, wie schnell die Zeit in den letzten Monaten an mir vorbei gerauscht ist. Sprachlos, vielleicht auch traurig, weil ich manchmal das Gefühl habe, Momente nicht genug auszukosten und zu genießen. Ich habe mich in den letzten Wochen vor allem gestresst, gereizt und ausgelaugt gefühlt. Immer ein ganzes Stück hinter meinen Erwartungen an mich selbst, immer ein wenig enttäuscht davon, wieder nicht genug geschafft zu haben.

Henry braucht mich gerade sehr, er lernt jeden Tag so viel Neues dazu und ich weiß eigentlich auch, wie besonders diese Zeit für uns ist, aber trotzdem. Dieses blöde "trotzdem"...

Nach Henrys Geburtstag dachte ich irgendwie, es wäre einfacher, wieder in einen geregelten Arbeitsalltag zurückzukehren. Zumindest mehr oder weniger, auch als Selbstständige. Das es so viel schwieriger sein kann, Kind und Arbeit erfolgreich zu verbinden, ohne dem Gefühl hinterherzurennen, etwas vergessen zu haben oder die eigenen Ansprüche nicht zu erfüllen...well, das ahnte ich nicht.

Jedes Learning im Leben ist erst einmal schwer, aber ich kann rückblickend so viele Minischritte in die richtige Richtung erkennen, sehe die Lernkurve und den Progress in meiner Arbeit, aber auch wie ich mich als Mama und Partnerin fühle, immer wieder meinen Weg nachjustiere, mich verliere und finde und das fühlt sich - trotz einiger Enttäuschungen - sehr gut an.

#honeymoonweekend

Wir sind im Juni mit Luise und Lina erst nach Athen geflogen und von dort aus mit einer Fähre nach Tinos gefahren. Es war meine erste Reise ohne Henry, natürlich war ich nervös und hatte Angst davor, ihn schrecklich zu vermissen. Als ich im Flieger saß, verließ mich aber endlich das Bauchgrummeln: Ich wusste, dass Henry in guten Händen bei seinen Großeltern war und ab dem Zeitpunkt konnte ich mich zu 100% entspannen. Wir hatten eine unglaublich schöne Zeit zu dritt, haben am Pool gelegen, köstlich (und viel) gegessen, viel Wein getrunken und viele wunderschöne Momente gemeinsam erlebt. Die Insel hat mich in jeder Hinsicht überrascht und Luise hat ein wunderschönes persönliches Travel Diary erstellt, das ich mir mindestens 1x täglich anschaue und in Erinnerungen schwelge.

#herrmopske

Wisst ihr, mir total egal, ob mich jemand für ein bisschen drüber oder eine Glucke hält, aber ich bin wirklich jeden Tag so stolz darauf, dass Henry unser Sohn ist. Ich kann nicht fassen, was er in den letzten Wochen alles gelernt hat und in was für einem Tempo sich seine Welt immer wieder vergrößert. Kein Wunder, dass er momentan so schlecht zur Ruhe findet. Nachts will viel verarbeitet werden und das klappt eben am allerbesten, wenn er mit nachts uns kuscheln kann. Meistens holen wir ihn zu uns, in den letzten Tagen versuchen wir aber wieder in öfter in sein eigenes Bett zu legen. Er ist ein Schatz und wäre er nicht so zuckersüß, wäre ich ob der vielen schlaflosen Nächte und der schlechten Laune, die uns derzeit plagen, wahrscheinlich weniger verzückt. 

Henry hat jetzt zwei neue Backenzähne. Und er kann laufen! Wir haben seit Wochen auf den Tag gewartet, an dem er einfach los spaziert und als er es dann tat, sind wir nicht mehr aus dem Staunen herausgekommen. Das ändert nicht nur seine Perspektive auf uns, sondern auch unsere auf ihn. Verrückt, jetzt ist er wirklich ein kleiner frecher Junge! Er erzählt unheimlich viel, sein Lieblingsspielzeug ist ein gelber Bagger, er kuschelt sich in sein Tipi, wenn er müde wird und kann stundenlang den Spielplatz unsicher machen. Er hat eine richtige Freundin, die er mal mag oder doof findet, er isst keine Erdbeeren und fährt rückwärts mit seinem Bobbycar durch die Wohnung. Ich sag ja, wär er nicht so niedlich...wir hätten vielleicht sogar Streit. 

#momlife

Alle sprechen immer über diese ominöse "Me-Time", über Mama-Auszeiten, über Stress und dringende Pausen, die wir Mütter brauchen - und vor allem verdienen. Der Urlaub in Griechenland mit meinen Freundinnen, also diese große Auszeit von meiner Familie, hat mir aber trotz aller Entspannung vor allem gezeigt: Ich brauche meine Familie um mich herum oder wenigstens in meiner Nähe, um wirklich locker zu lassen. Alex und Henry sind mein Innerstes, mein Herz und wenn wir zusammen sind, geht es mir gut und ich fühl mich ganz bei mir.

Noch wichtiger als große sind die kleinen Auszeiten für mich, in denen ich Kraft für den Tag tanken kann und für die ich im Zweifel auch mal eine laute Diskussion riskiere: In Ruhe einen Kaffee trinken, in Ruhe duschen und meine Haare waschen, in Ruhe mein Tagesmake-up auflegen, in Ruhe einen Artikel lesen. Um meinen Alltag zu meistern, brauche ich nicht viele, aber einige ruhige Momente, das ist mir im Urlaub wie Schuppen von den Augen gefallen (...und für so klare Augenblicke muss man wahrscheinlich einfach mal weit weg vom Alltagsstress sein!). Um bei mir zu bleiben, um sicher mit Stresssituationen umzugehen, um einen nörgeligen Henry und ein schlecht-gelauntes Ich zu ertragen, dafür brauch ich die Garantie auf ein paar Minuten am Tag, die nur mir gehören. Der Urlaub war Balsam für mich, aber wenn ich meinen Alltag nicht optimiere, verpufft so ein kleines Kraftpolster auch ganz schnell wieder. Also organisiere ich mich wieder ein bisschen besser und plane meine Tage durch, damit ich am Ende der Woche keine bösen Überraschungen erlebe. 

#hellahalbmarathon

Wir sind vor einer Woche den Hella Halbmarathon in Hamburg mitgelaufen. Ich bin ehrlich, ich war mir nicht sicher, wie erfolgreich das Projekt wird, weil ich viel zu wenig trainiert habe. Man könnte jetzt mit "Wenn du etwas wirklich willst, dann tust du auch etwas dafür" um sich schmeißen, aber die vielen schlaflosen Nächte und viel Arbeit haben stark an meinen Energiereserven gezerrt. 

Aber: Wir sind natürlich trotzdem mitgelaufen, Alex immer in meinem Tempo neben mir und es war ein überwältigendes Gefühl, zusammen ins Ziel zu laufen. Ich hab es mir so sehr gewünscht und bin danach kurz in Tränen ausgebrochen, weil ich so stolz auf mich war. Gerade nach dem letzten anstrengenden Jahr hat es sich so befreiend und beflügelnd angefühlt, zu wissen und zu spüren, was ich erreichen kann, wenn ich daran glaube - und das mit Alex gemeinsam zu erleben. 

 

Habt einen schönen Start in eine neue Woche, einen neuen Monat und eine zweite Hälfte des Jahres! Ich habe wieder einmal gelernt, dass es mir so viel besser geht, ich viel glücklicher und gelöster bin, wenn ich mich von meinen starren Erwartungen an mich und meine Umgebung löse. Alles ist ein Progess und wenn man das Leben mit seinen Hochs und Tief akzeptiert, ist es nicht nur einfacher, das Gute in allem zu sehen, es ist vor allem einfacher, sich gut zu fühlen. 

3 thoughts on “Juni in Worten und Bildern

  1. Trine

    Liebe Regina,
    danke für den Artikel, vor allem deine Worte zum #momlife im Zusammenhang mit dem
    Honeymoonweekend haben mich sehr berührt.
    Liebe Grüße
    Trine

    Antworten

    1. Regina
      Regina

      Liebe Trine,
      vielen Dank! Es ist manchmal schwer, dieses Gefühlschaos in Worte zu packen, ohne zu verworren zu klingen.

      Antworten

  2. Lisa

    Liebe Regina,

    es tut immer gut deine erfrischend ehrlichen und persönlichen Texte zu lesen. Du zeigst dass es eben nicht so leicht ist Arbeit, Kind, Haushalt, Partnerschaft und Allein-Zeit miteinander im Gleichgewicht zu halten. Man kommt selbst immer irgendwie zu kurz :) aber trotzdem machst du das sooo gut. Ganz Liebe Grüße

    Antworten

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