Travel Diary: Get lost in Lisboa

5 things you should do in Lisboa

Als wir unseren Roadtrip durch Portugal planten, war ich am meisten gespannt auf Lissabon und bin bis heute nur so halb überzeugt. Lagos war ein guter Start, easy, voller braungebrannter Surfer und wir aßen dort die besten Gambas unseres Lebens! Die Atlantikküste mit den steilen Küsten, dem Wind, der uns den Strand entlang schob und der unglaublichen Aussicht auf das Meer ist zu Recht ein absolutes Surferparadies (und wird definitiv noch einmal von uns besucht, dann aber mit Surfbrett!). Porto hatte mich sofort, ich war direkt verliebt, in die Lage, in den Charme der alten Stadt, das goldene Sonnenlicht und den Weg mit der Tram zum Atlantik. Wir kamen nach Hause, im Gepäck ganz wunderbare Erinnerungen, verliebt in ein Land, das vorher ehrlicherweise ein bisschen anonym für uns war und waren uns sicher, dass Portugal für einen Familienurlaub gemacht ist, weil einfach jeder auf seine Kosten kommt: Alex kann Sport machen und muss nicht am Strand mit mir Bücher lesen, Henry kann die ersten Schritte im Sand unternehmen, aber zwischen den Felsen nicht abhauen (in Lagos bzw. an der Algarve) und ich kann die Sonne genießen, mich im Meer abkühlen, falls mir danach ist, von mir aus auch mal einen Mini-Surfkurs belegen, tagsüber das faule Strandleben mitnehmen, abends ins Nachtleben von Porto oder Lissabon eintauchen, Portwein oder Ginjinha trinken, die entspannte Lebensart genießen und die Tage perfekt ausklingen lassen.

Ja, Lissabon hat es uns mit Regen und grauem Himmel ein wenig schwer gemacht, aber trotzdem hat mich etwas an der Stadt in den Bann gezogen. Vielleicht war es der Vibe – die unaufdringliche Coolness, traditionelle Geschichte gepaart mit hippen Bars, großartige versteckte Restaurants, Kunst und Kultur, schöne Menschen – und wir sind uns sicher, dass wir wiederkommen müssen. Wenn ihr, so wie wir, nur eine begrenzte Zeit in Lissabon habt, um wirklich das Schönste aus der Stadt herauszukitzeln, dann kann ich euch fünf Tipps an die Hand geben, die euch bei der Planung vielleicht ein bisschen helfen werden.

1.TRY OUT AIRBNB.

Es gibt wunderschöne Wohnungen in Lissabon, die den Vibe der Stadt mit ihrer Einrichtung perfekt einfangen. Ein bisschen bohemian, ein bisschen hippie, viele Fenster und viel Licht, mit einem Auge für Design, in tollen Lagen, unaufgeregt und genau richtig, um zwischendurch ein wenig Abstand zu bekommen, durchzuatmen und sich zu sammeln. Die Base für Städtetrips ist unheimlich wichtig, auch wenn man meistens nur dort schläft. Wir hatten ein geteiltes Appartement mit einem supernetten Local, der nur sporadisch in der Wohnung lebt und deswegen ein Zimmer vermietet. Die Wohnung war so wunderschön eingerichtet, wirkte bewohnt, überhaupt nicht steril und wir fühlten uns fast, als würden wir einen entfernten Bekannten besuchen. Er hat uns richtig gute Tipps gegeben, wann wir wo hingehen sollten, was sich nicht lohnt und wo es gute Drinks gibt. Damit waren wir für die nächsten 48h bestens ausgestattet!

2.DONT OVERESTIMATE TRIPADVISOR.

Never, ever again! Tripadvisor ist raus, die App benutze ich seit unserem Urlaub in Portugal nie wieder. Die schönsten Restaurants und Bars haben wir durch persönliche Empfehlungen oder durch Zufall gefunden. Jeder Tipp von Tripadvisor endete in überfüllten Restaurants und meistens nur mittelmäßigem, aber überteuertem Essen. Jeder hat einen anderen Standard, das ist mir schon klar, aber es gibt sie, die kleinen, inhabergeführten Restaurants oder Bars, wo man ohne Umschweife in spannende Gespräche verwickelt wird, wo die Zeit stehen bleibt, wo man echte, ungekünstelte Menschen kennenlernt und einzigartige Erinnerungen machen kann. Das brauche ich jetzt nicht 3x am Tag, aber wenn man in einem Top-Restaurant nach einer Stunde schon das Gefühl bekommt, die Kellnerin möchte auf Teufel-komm-raus den Tisch abräumen, weil die nächsten Gäste anstehen, kann man sich weder fallen lassen, noch entspannen noch genießen. Und darauf bestehe ich, wenn ich verreise. Es gibt mittlerweile so schöne Reiseblogs mit großartigen Empfehlungen, die noch nicht in jedem Reiseführer stehen, ein bisschen Recherche lohnt sich!

Zwei Empfehlungen hab ich aber für euch!

Taberna da rua das flores in Bairro Alto und mittlerweile gar nicht mehr so unbekannt! Es ist zwar klein (deswegen besser reservieren), aber die Gerichte auf der handgeschriebenen Tageskarte klingen nicht nur großartig und sehen phantastisch aus, sondern schmecken auch so! Es ist eine Mischung aus Tapas, traditioneller, portugiesischer Küche mit modernen, kreativen Einflüssen, wunderschön angerichtet und mit einer passenden Weinempfehlung!

In dem kleinen, versteckten und von ganz alten Damen geführten Restaurant O teicherino waren wir sogar zweimal! Der Fisch hat einfach phänomenal geschmeckt, der Wein dazu war einfach und perfekt, der Nachtisch hausgemacht und köstlich. Hier essen viele Locals, es gibt keinen richtigen Service und keine englische Karte deswegen haben wir unter dem Tisch mit unserm Handy Wörter übersetzt, um zu wissen, was wir überhaupt essen. Als wir nicht so richtig weiter wussten, hat eine der Köchinnen Alex einfach an die Hand genommen, in die Küche geschleppt und ihm da den Fisch gezeigt, den sie zubereitet, weil wir einfach keine Übersetzung finden konnten. Uns hat das Ambiente unheimlich gut gefallen, es war so ganz und gar nicht auf Touristen ausgelegt und ich glaube, das hat den besonderen Charme ausgemacht.

3.DRINK.

Wir haben in der Regel Mittags schon Wein getrunken und haben uns nachmittags zum Galao den ersten Ginjinha bestellt. Gerade in Alfama macht es Spaß und, ehrlich gesagt, auch viel Sinn, durch die kleinen, zum Teil fast unsichtbar versteckten Bars und Cafés zu schlendern, zwischendurch die Aussicht auf den Tejo zu genießen und leicht angetütert den Tag anzugehen. Da es zwischendurch regnete, haben wir auch mal länger an einem Ort verweilt, ganz skurille Menschen getroffen, viel zu oft angestoßen und sind bis in die Nacht Händchen haltend durch die verwinkelten Strassen spaziert. Ich will jetzt nicht so klingen, als könnte man in Lissabon keinen Spaß haben, wenn man nicht trinkt, aber ich behaupte mal, es gehört zum portugiesischen Lebensgefühl dazu, sich zum frischen Fisch mittags schon einen Wein zu erlauben, nachmittags die Tradition zu respektieren und den Kirschlikör aufs Haus anzunehmen und abends, bei Sonnenuntergang ein kaltes Bier am Tejo zu trinken. So lassen sich Schlechtwettertage übrigens perfekt aushalten!

4.GET LOST.

Lissabon wurde auf sieben Hügeln gebaut, ich empfehle für einen Citytrip also stark, gutes Schuhwerk einzupacken! (Nach drei Tagen war mir dann auch klar, warum portugiesische Frauen so knackig aussehen!) Man kann sich eigentlich nie richtig verlaufen, die große Burg, der eiserne Fahrstuhl, der Tejo…man findet immer einen Anhaltspunkt und findet fast immer zurück. In Lissabon hat es unheimlich viel Spaß macht, sich zu „verlaufen“, ohne Karte durch die Straßen zu spazieren, sich auf die Stadt einzulassen, ohne einen richtigen Plan zu haben. Es gab natürlich ein paar Sehenswürdigkeiten, die wir bei unserem ersten Besuch abhaken wollten, aber die ergeben sich bei einem ausgiebigen Walk quer von Alfama nach Bairro Alto und nach Baixa oder einer kurzen Bahnfahrt nach Belem. Beim nächsten Mal? Nehmen wir uns nichts vor, außer gut zu essen und zu trinken, die Sonne zu genießen und uns treiben zu lassen.

5.TALK TO LOCALS.

Man neigt dazu, gerade wenn man als Paar verreist, so ein bisschen power-couple-mäßig nur unter sich zu bleiben. Das finde ich in Deutschland nicht so schlimm, im Ausland aber irgendwie schade. Gerade Einheimische freuen sich meistens total über interessante Gespräche mit Ausländern, wenn man nett nach einem guten lokalen Restaurant fragt, das auch abseits der typischen Ecken liegen darf oder einfach etwas freundliches zu sagen hat. Ich kenne es aus Hamburg, manchmal neigt man dazu, die Augen zu rollen und sich leise zu denken: „Tyyyypisch Touristen!“ Und manchmal, ganz selten, werde ich dann doch überrascht, weil die Touristen gar nicht so typisch sind und eigentlich viel mehr sehen wollen, als das, was im einschlägigen Reiseführer zu finden ist. Portugiesen sind im Vergleich zu Hamburgern deutlich freundlicher, reagieren meistens total nett, geben gerne Auskunft, haben Humor, sehen meistens auch noch gut aus oder begleiten dich unbekannterweise den halben Abend, weil es sich anbietet. Es geht gar nicht darum, Freundschaften zu schließen, sondern mal wieder diese Angst vor dem Unbekannten abzulegen und sich auf ganz unkomplizierte menschliche Begegnungen einzulassen.

4 thoughts on “Travel Diary: Get lost in Lisboa

  1. Anni

    Sehr schön geschrieben liebe Regina! Für meine Freund und mich geht es im Oktober nach Lissabon, wo wir uns für eine Woche ein Airbnb-Apartment genommen haben (puh, Punkt 1 direkt schon richtig gemacht! :)). Es wird meine erste Reise in die Stadt sein und ich werde deine Tipps beherzigen. Zum Glück haben wir genug Zeit um auch einfach mal verloren zu gehen.
    Liebe Grüße, Anni

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  2. Alisa

    Sehr schöne Fotos, da bekommt man direkt Fernweh! Ich habe vor 2 Jahren auch einen Roadtrip durch Portugal gemacht und das war definitiv einer der schönsten Urlaube meines Lebens. So abwechslungsreich und wunderschön <3

    Liebe Grüße,
    Alisa von zeitvergessen.net

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  3. Pia Marie

    Die Fotos sind so wunderschön! Ich finde du hast Lissabon in seiner einzigartigen Stimmung ziemlich perfekt eingefangen. Ich war nur für 3 Tage dort und würde jetzt am liebsten direkt zurück. Das mit dem guten Schuhwerk kann ich defintiv bestätigen – ich war dort einen Tag in FlipFlops unterwegs und das war keine gute Idee.
    Liebe Grüße & ein schönes Wochenende dir!
    vielleicht wird alles vielleichter

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  4. Naanie

    Wunderbare Fotos! Ich war selbst leider noch gar nicht in Lissabon, deswegen sehr spannend zu lesen. Porto steht aber auch auf der Liste, also doch vielleicht erst mal dort hin. ☺

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