Unterwegs im ersten Babyjahr

On the Go: Kinderwagen, Autositz und Babytrage

Ich habe mich, wenn ich das im Nachhinein rekapituliere, doch ziemlich verrückt damit gemacht, was wir denn alles für unseren frischgeborenen Zwerg brauchen. Das ist natürlich normal, man will eben „nur das Beste“ für sein Kind und schlägt sich mit Stiftung Warentest die Nächte um die Ohren. Aber auf Herz und Nieren testen, was man wirklich braucht, welche die richtige Produkte für die eigenen Bedürfnisse sind, das findet man natürlich erst im Stresstest heraus.

Was sich in unserer Erstausstattung als unverzichtbar herausstellte, habe ich euch hier schon ganz ausführlich erzählt. Langsam wird Henry immer mobiler und wir verbringen viel Zeit auf Spielplätzen und mit Babyfreunden, das sah im ersten Babyjahr aber noch ganz anders aus. Henry hat viel im Kinderwagen geschlafen, manchmal war ich den größten Teil des Tages draußen an der frischen Luft und da wir kein Auto haben, ist die „Unterwegs mit Kind“-Rubrik für mich sogar extrem wichtig – immer noch.

1.Tragetuch, 2. Wind -&Wetterbalsam, 3. Rucksack, 4. Lammfell, 5. Kinderwagen,

6. Schnullerkette, 7. Ergobaby, 8. Baby-Safe i-Size 9. Overall aus Walkwolle

Der Kinderwagen

Unser erster großer Einkauf für das Baby war der Kinderwagen. Wir haben uns damals für den Mutsy Evo entschieden, uns hat das Design gut gefallen und ich fand das Preis-Leistungsverhältnis absolut stimmig und nachvollziehbar. (Meine Review könnt ihr hier nachlesen) Der Kinderwagen war für unsere Bedürfnisse und für meine Statur ehrlicherweise ziemlich perfekt, hatte aber ein großes Manko: Die Babyschale war schon nach knapp 4 Monaten zu eng für Henry, für den Sportsitz war er aber noch deutlich zu wackelig und unsicher in der Sitzposition, deswegen haben wir uns nach einer Alternative umgesehen. Das ist –  wie ich bei meiner nachträglichen Recherche herausfand – eines der großen Probleme von typischen Stadtkinderwagen, die zwar klein und wendig sein sollen, aber im Zweifel einfach zu klein oder zu schmal sind.

Etwa zeitgleich hat mich Stokke kontaktiert, ob wir als Problemlöser den „Stokke Trailz“ mit einer tollen, geräumigen Babywanne testen möchten, in der Henry noch ganz viel Platz zum Wachsen hatte und so tauschten wir unseren Kinderwagen kurzerhand aus. (Ich ließ Henry vorher im Fachgeschäft „probeliegen“, meine Wahl ist auch vor der Anfrage schon auf das Modell gefallen, weil uns das Design und die Qualität gefallen hat!). Das Fahrgefühl ist ein völlig anderes, für Henry deutlich komfortabler und gemütlicher, für mich durch den großen Korb besonders praktisch, aber eben im Alltag auch manchmal ein wenig sperrig. Das Gestell ist teilweise zu breit für Türen, ich hab auch schon mal an Supermarktkassen nicht durch gepasst und müsste ich den Kinderwagen jeden Tag in ein Auto verräumen…hätte ich mir wahrscheinlich wieder eine andere Lösung gesucht. Man braucht auf jeden Fall mehr Stauraum als für den Mutsy (oder größentechnisch vergleichbare Modelle), aber ich liebe das hochwertige Design und wie unkompliziert sich der Wagen auch auf schwierigem Terrain bewegt. Für Henry muss es sich wie auf Wolken anfühlen, der Wagen bouncet ganz gemütlich vor sich hin und federt Unebenheiten maximal aus. Seit knapp 5 Monaten fahren wir nun mit dem Sportsitz, in dem ein passender Sitzsack liegt, der Henry kuschelig warm hält, wenn es draußen kalt ist, schneit, regnet oder friert. Auch hier überzeugt Stokke mit einem ergonomischen Sitz, den man außerdem mit einem Sitzverkleinerer passend an die Größe des Kindes einstellen kann, wir aber bei unserem Riesenbaby nicht gebraucht haben. Der Sitz lässt sich ganz leicht und ohne viel Geruckel in drei verschiedene Positionen einstellen (und im aufrechten Sitz nennen wir unseren Kinderwagen liebevoll den „Hannibal Lector“-Stuhl…). Henry schläft übrigens immer noch super im Kinderwagen und genießt sonst die Aussicht oder das wir ganz unproblematisch jederzeit Händchen halten können.

Der Autositz

Das Thema haben wir wahrscheinlich ein wenig stiefmütterlich behandelt, da wir nun mal kein eigenes Auto besitzen, sondern für Ausflüge oder Reisen immer eines mieten. Unsere Wahl fiel auf den Maxi-Cosi Raven, ein kostengünstiges Modell, dass leicht ist und sich unkompliziert in jedem Automodell anbringen lässt. Bei den ersten Fahrten stellten wir allerdings recht schnell fest, dass Henry ziemlich stark anfing zu schwitzen, gerade am Rücken und Hinterkopf. Wir haben zwar ein Lammfell hineingelegt, was aber wenig half und auch wechselnde Outfits (mal mit Walkoverall, mal mit dünner Jacke, mal ohne, mit Mütze und ohne) waren nicht die Lösung. Henry war von Anfang an kein guter Beifahrer, wird auch immer noch schnell nervös im Auto und schläft nur phasenweise, aber nie lange durch.

Vor knapp drei Monaten wurde uns ein neuer Autositz zum Testen zugeschickt. Die neue Babyschale BABY-SAFE i-SIZE von Britax Römer ist eine Babyschale, die für Neugeborene bis 15 Monaten (bzw. 83cm Körpergröße) mitwächst und durch eine patentierte Technologie eine besonders schonende Liegehaltung während des Autofahrens möglich macht: Die Höhe der Kopfstütze lässt sich einfach verstellen, wodurch sich auch die Liegeposition verstellt. Das macht Autofahren deswegen sicherer, weil die Nackenmuskulatur im Falle eines Aufpralles besser geschützt ist. Henry schläft zumindest etwas besser darin und da er so unheimlich schnell gewachsen ist, gibt mir die verstellbare Kopfstütze ein gutes Gefühl, besonders bei langen Autofahrten.

Mittlerweile sind wir auch überzeugt davon, dass es viel Sinn macht, den Autositz auf einer Base anzubringen. Die Baby-Safe i-Size Flex Base passt sich – wie der Name schon sagt – flexibel dem eigenen Auto an. Je nach Fahrzeughersteller lässt sich der Sitz in einem idealen Winkel anbringen, damit das Kind wirklich in der optimalen Liegeposition transportiert wird und nicht nach vorne kippt oder wie bei uns, die langen Beine den halben Sitz hochkrabbeln. Ein Farbindikator sagt im Zweifel auch noch mal Bescheid, falls man unsicher ist, ob der Sitz wirklich in der optimalen Position eingestellt ist. Die Base ist ganz einfach im Auto anzubringen und verkürzt den ganzen Prozess enorm, das Kind anzuschnallen und „abfahrfertig“ zu machen. Gerade bei kurzen Strecken, zum Supermarkt, in die Stadt, zum Arzttermin oder anderen schnellen Wegen erleichtert es ungemein, Henry bei Laune zu halten.

 

(Auch ohne Base ist der Kindersitz super! Er ist deutlich schwerer als unser vorheriger Sitz und steht allein dadurch schon weitaus stabiler im Fahrsitz. Henry schwitzt auch viel weniger, ich konnte jetzt allerdings nicht herausfinden, ob es am Material lag, vermute es aber schon.)

Tragetuch und unsere Babytrage

Das ist mein wichtigster Tipp an jede werdende Mama: Lass dich gut beraten und kauf dir im besten Fall beides, Tragetuch und Babytrage. Es ist einfach unheimlich schön, sein Baby auf der Brust liegend zu tragen, nicht nur weil es praktisch ist und man die Hände frei hat, um zu essen oder zu putzen oder…auch einfach mal ein Buch zu lesen, sondern weil es auch wirklich das schönste Gefühl der Welt ist, wenn das Kind so zur Ruhe findet. Ich habe es besonders in den ersten 4 Monaten geliebt, Henry in unserer Manduca zu tragen, die Bindetechnik mit einem elastischen Tuch hat man schnell raus und macht man nach wenigen Tagen innerhalb von wenigen Sekunden. Henry hat es von Anfang an geliebt, so getragen zu werden, manchmal hat er sogar bis zu drei Stunden am Stück geschlafen und nur zwischendurch mal eine kleine Stillpause eingelegt. Die Tücher sind aus einem elastischen Baumwollstoff, passen sich dem Babykörper also wunderbar an und geben trotzdem maximal Halt. Nach knapp vier Monaten wog Henry allerdings über 6kg und wurde mir eindeutig zu schwer im Tuch, auch weil es durch das Elasthan stark nachgab und ich es so sehr oft nachkorrigieren musste. Für mich war das der richtige Zeitpunkt, um auf den Ergobaby umzusteigen, welchen wir von meinen Schwiegereltern geschenkt bekommen hatten. Alex war die Sache mit dem Tuch nicht so richtig geheuer, er hat es schon vorher mit der Babytrage versucht und dabei den Neugeboreneneinsatz verwendet. Ich habe in den letzten Monaten immer wieder andere Tragen getestet, bin aber mittlerweile der Meinung, dass der Ergobaby für uns die beste Wahl ist. Henry ist recht groß, ich ziemlich klein, Alex ziemlich groß und die Trage lässt sich superschnell einstellen, leicht anlegen und gibt mir durchweg ein gutes Gefühl, dass Henry sicher und gemütlich drin sitzt. Bis heute lässt er sich immer noch am besten dicht an uns gekuschelt in den Schlaf wiegen, gerade in Zeiten von fiesen Zähnchen sind wir unheimlich dankbar dafür!

Tipp: Es gibt wirklich viele gute Tutorials im Netz zu verschiedenen Bindetechniken, aber wenn ihr unsicher seid, lasst euch unbedingt beraten! Mittlerweile gibt es so viele tolle Tragemöglichkeiten, die ich vor einem Jahr noch gar nicht kannte (z.B. Storchenwiege, Fidella oder Didymos), mit wunderschönen Mustern und aus hochwertigen Stoffen!


Was ändert sich denn jetzt? Wir suchen derzeit zum Beispiel noch einen sportlichen Buggy, der sich ähnlich gut wie der Stokke Trailz auf schwierigem Gelände verhält, aber kleiner und (deutlich!)  leichter ist. Aber auch der Autositz muss in wenigen Monaten ausgewechselt werden, weil Henry ganz schön lange Beine bekommen hat. Außerdem ist Henry bald noch mobiler, weil er laufen wird, also werden wir ihn sehr wahrscheinlich deutlich weniger tragen und viel mehr Zeit für unsere Spaziergänge einplanen müssen. ;) Ich freu mich außerdem so sehr auf sommerliche Ausflüge mit dem Rad, an der Elbe entlang oder um die Alster. Für Henry brauchen wir noch einen passenden Kindersitz und für mich ein neues, verkehrstaugliches Rad! Ich habe außerdem ein paar andere Tragen getestet und werde euch bald noch mehr darüber erzählen!

(Transparenz: Der Kinderwagen von Stokke, als auch der Autositz inkl. Base wurden mir kosten-und bedingungslos als PR-Samples zugeschickt.)

2 thoughts on “Unterwegs im ersten Babyjahr

  1. Marianne

    Danke für den langen und ausführlichen Beitrag, iiebe Regina! Ich bin schwanger und überlege mit meinem Mann hin und her, für welche Ausrüstung wir uns entscheiden, irgendwie hat ja alles seine Vor-und Nachteile, aber wie du schon sagst, kann man wahrscheinlich eh erst dann herausfinden, was wirklich zu einem passt, wenn man die Produkte jeden Tag testet. Der Stokke Kinderwagen sieht super komfortabel aus, dass er vielleicht sogar ZU groß sein könnte, daran hab ich gar nicht gedacht ;)

    LG, Marianne

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  2. Vera

    Ja, das mit dem Autositz ist echt schwierig! Wir hatten ein ähnliches Problem, unser Lütte wollte unter keinen Umständen während der Fahrt schlafen. Jetzt sitzt er mit 15 Monaten nach vorne gerichtet und ist so viel zufriedener!

    Hab einen schönen Tag, Vera

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