Das letzte Baby-Update: 11 Monate mit Henry

Das letzte Baby Update ist schon eine ganze Weile her und bevor ich noch einmal blinzle und mein Baby ein Kleinkind ist, erzähle ich euch, wie die letzten Monate für uns verliefen! Henry ist 11 Monate alt. Genau genommen sogar ein bisschen älter, 11 Monate und 7 Tage nämlich. Ich muss schmunzeln, weil ich mich daran erinnere, wie ich vor einer gefühlten halben Ewigkeit, aber gefühlt auch irgendwie gestern noch in Tagen zählte, wie alt mein kleiner Sohn ist. 11 unglaubliche Monate und mein Herz möchte wirklich vor Stolz platzen, weil er so ein großartiges, wunderbares Kind geworden ist! In etwas weniger als 4 Wochen feiern wir seinen ersten Geburtstag und das macht mich unheimlich sentimental, obwohl ich gar nicht wehmütig sein will. Alles, was passiert und alles, was noch kommt, wird immer nur noch besser, das habe ich mittlerweile gelernt. Wenn ich dachte, dass es nichts schöneres gibt, als ein kleines Baby im Arm zu halten, bin ich jetzt felsenfest davon überzeugt, dass es nichts besseres geben kann, als einen krabbelnden Windelpopo, der sich am liebsten über seine Mama kaputt lacht, der tonnenweise Nudeln futtert, der Musik liebt und singt, der sich selbst applaudiert, wenn etwas gut geklappt hat und der sich Abends in meinen Arm kuschelt, wenn er Ruhe und Nähe sucht. Henrys Mama zu sein ist für mich wirklich die Erfüllung – und das klingt absolut albern, aber genauso wie ich es fühle.

What happened so far:


Henry

Henry krabbelt, er steht, er geht mit Hilfe die ersten Schritte, er erzählt Geschichten, er liebt Musik und tanzt dazu, manchmal singt er auch ganz leise, er spielt Verstecken, er spielt manchmal auch alleine und applaudiert sich selbst, wenn etwas kompliziertes klappt. Ich habe das Gefühl, all das ist in den letzten 4-5 Wochen passiert, auf einmal hat er losgelegt und hört gar nicht mehr auf, uns zu überraschen! Er ist unheimlich neugierig, was schon eine ganze Menge Unfälle zur Folge hatte, aber ich fürchte, sowas lässt sich auch nicht wirklich vermeiden. Wir arbeiten daran, unsere Wohnung zu einer JA-Umgebung umzufunktionieren (ich erzähl euch morgen, was ich damit meine), aber manche Dinge stehen halt im Weg und grundsätzlich finde ich es auch nicht unwichtig, dass Henry versteht, was ein „Nein“ bedeutet. Wir haben so ziemlich jedes Möbelstück in der Wohnung gedreht, damit Henry nun ein eigenes Zimmer hat und seine Spielsachen nicht die ganze Wohnung besetzen. Apropos Spielsachen: Das schönste Spielzeug ist die Holz-Kugelbahn, die Henry von seinen Großeltern zu Weihnachten bekommen hat. Damit kann er sich wirklich lange beschäftigen, übt seine Motorik und man sieht ihm ganz oft an, wie er angestrengt versucht zu verstehen, warum die einen Dinge runterrollen und andere stecken bleiben. Alles andere? Reden wir nicht darüber, außer: Meine Küchenutensilien sind deutlich interessanter für ihn. Es gibt wohl kaum etwas schöneres für ihn, als meine Backschublade auszuräumen. Ich habe mich dran gewöhnt, mindestens 2x am Tag wieder Ordnung in der Küche herzustellen.

Henry schläft seit einigen Tagen die ersten Nächte durch, ganz ohne Weinen und Milchflasche, was ich, ehrlich gesagt, selbst kaum glauben kann. Manchmal wird er wach, aber dann nehmen wir ihn in den Arm und er schläft weiter. Ich habe ein bisschen gehofft, dass wir uns noch vor unserer Island-Reise von der Flasche verabschieden können und da er tagsüber genug Wasser trinkt und eine Menge isst, stellt sich vermutlich gerade von alleine sein Rhythmus um. Großartig! Dafür ist er tagsüber ziemlich needy, so doll bin ich es eigentlich nicht von ihm gewohnt . Vielleicht liegt es an den ersten Zähnchen, die uns gerade ein bisschen Geduld und Ruhe rauben, aber natürlich am meisten Henry zu schaffen machen, vielleicht ist es auch einfach wieder eine Phase, aber sobald ich aus seinem Blickfeld verschwinde, weint er bitterlich. Also trage ich ihn derzeit wieder vermehrt in der Trage, weil es tagsüber der einzige Weg ist, um Henry zu beruhigen. Ich versuche einfach nur, uns beiden den Alltag so angenehm wie möglich zu machen und schiebe To-Dos und Arbeit meistens auf den späten Abend, bevor ich Energie daran verschwende, mich zu ärgern oder irgendwem zu erklären, warum Henry momentan eben wieder mit uns schläft.

Außerdem gehen wir jetzt auf Playdates! Henry mit anderen Kindern spielen zu sehen ist unheimlich süß und manchmal zeigt er ganz neue Facetten, die ich in unserem Alltag zu zweit noch nie bemerkt habe. Er ist immer eher schüchtern, braucht einen kleinen Moment, um die Situation zu verstehen und warm zu werden, beobachtet ganz viel und sucht Körperkontakt. Er rückversichert sich meistens bei mir, ob alles ok ist und dann legt er los, erkundet die neue Wohnung, das neue Spielzeug und nimmt seinen Spielkameraden unter die Lupe. Da wird auch mal die Nase angeschleckt, auf den Kopf geklopft oder das Spielzeug gemopst, aber so lernt man ja, nicht wahr? Henry ist nach spätestens 2 Stunden völlig erschöpft und schläft sofort ein, spielen ist nämlich super anstrengend! Es ist aber auch immer eine schöne Gelegenheit, sich mit Freundinnen auszutauschen, in Ruhe Kaffee zu trinken, ein Stückchen Kuchen zu essen und den Kleinen zuzusehen – für mich sind diese Stunden mittlerweile kleine Inseln im Alltag!

Wir haben auch News an der Kita-Front! Ich bin so, so glücklich und erleichtert, dass wir in unserem absoluten Wunschkindergarten (ja, sowas gibts, wenn man sich erstmal damit beschäftigt) ab Oktober einen Platz für Henry bekommen haben. Wir haben lange hin und her überlegt, wie wir die Zeit bis dahin am besten überbrücken, da meine Elternzeit im März endet, aber bevor wir Henry innerhalb von sechs Monaten 2x eingewöhnen, verbringen wir einfach noch einen schönen Frühling und Sommer zusammen, bevor es im Herbst in die Krippe für ihn geht und ich mich beruflich wieder etwas breiter aufstellen kann. Wir sind super happy und ich habe ein gutes Gefühl mit unserer Entscheidung!

Ich

Ich. Wo fang ich an? Mir gehts gut. Manchmal aber auch nicht. Ich, das gibts, ehrlich gesagt, nicht mehr so oft. Und ja, dann bin also sogar ich allmählich im Mama-Alltag angekommen, mit all dem Stress, den Ummöglichkeiten, dem niemals endenden Spagat, alle glücklich machen zu wollen und sich am Ende des Tages darüber zu ärgern, was alles wieder nicht geklappt hat. Ich gebe mir Mühe, nicht zu streng mit mir und Alex zu sein, aber je älter Henry wird, umso mehr fordert und braucht er mich und umso mehr rücke ich aus meinem Blickfeld. Eigentlich ist das gar nicht schlimm, aber manche Tage werden einfach unheimlich lang, wenn Alex bis in den späten Abend arbeiten muss, wenn Henry nicht schlafen will, mir nicht von der Seite weicht oder nur auf meinem Arm aufhört zu weinen. Momentan habe ich ein bisschen die Balance verloren, finde mich an manchen Tagen erschöpft an der Küchentheke angelehnt, die Hände am Kopf, und einfach nur…müde. Ich gehöre nicht zu den Leuten, die ihre Tage pickepackevoll planen und die ihre To-Do’s bis an die Decke stapeln, eigentlich habe ich ein ganz gutes Gefühl dafür, was ich wirklich und realistisch schaffen kann, aber wenn selbst die kleinsten Dinge keine Zeit finden, wenn Emails tagelang unbeantwortet bleiben, wenn ich nicht mal auf dringende Sprachnachrichten antworten kann, dann siehts nicht gut aus.

Ich lerne also gerade – hard times – loszulassen, von meinen Ansprüchen an mich und an meine Beziehung, wirklich voll und ganz für Henry da zu sein, ihn zu unterstützen und die Menschen in unserem Umfeld um Hilfe zu bitten, wenn ich es nicht mehr schaffe.

 

Wir

Es ist so: Wenn es läuft, wenn das Kind easy ist, wenn die Frau nach der Geburt aussieht, als sei ihr Körper nicht fast ein Jahr von mehr als einer Person bewohnt worden und sie im besten Fall nicht mal weiß, wie man Augenringe buchstabiert, wenn die Wohnung glänzt, wenn vielleicht sogar noch ein bisschen Zeit für sich übrig bleibt, wenn es eben läuft, dann gibt es keinen Grund etwas zu ändern. So war es eine ganze Weile bei uns und ich bin sehr, sehr dankbar für diese Zeit, weil sie uns auf ganz sanfte Weise in unsere immer größer werdenden Aufgaben als Eltern reingeschubst hat. Jetzt? Wir müssen viel mehr kommunizieren, uns viel besser organisieren, täglich abstimmen, uns ohne Groll Freiräume erlauben und Zeit zu zweit möglich machen. Wir stecken mittendrin und versuchen mit ganz viel Disziplin gerade unseren Alltag so zu gestalten, dass wir beide am Abend noch ansprechbar sind und liebevoll miteinander umgehen können.

Ich will euch gar nichts vormachen, das ist manchmal unfassbar schwer und ja, an manchen Tagen scheitern wir daran. Ein Paar zu bleiben, gut zueinander zu sein, sich wirklich und ganz aufeinander einzulassen  – selbst wenn es nur 15 Minuten zwischen Zähne putzen und Milchflasche vorbereiten sind – das ist Arbeit und es kam mir noch nie so anstrengend vor, wie jetzt gerade. Gleichzeitig habe ich noch nie so viel Liebe für Alex empfunden! Ihn als Vater zu erleben, hat mir einen ganz anderen Blick auf ihn eröffnet, den ich vorher nur erahnen konnte. Henry und ihn zusammen zu beobachten, zu sehen, wie er immer mehr und sicherer in seine Rolle als Papa wächst, sein trauriges Gesicht, wenn er zu spät nach Hause kommt und Henry schon im Bett ist, sein Blick, wenn Henry etwas zum ersten Mal macht…das ist jeden Tag ein guter Grund, ihn noch mehr zu lieben und ihm das auch zu sagen. Was leider viel zu selten thematisiert wird, ist, dass Väter auch strugglen. Gerade in den letzten Wochen, in denen Alex und ich lernen mussten, wieder viel offener mit unseren Gefühlen und Gedanken umzugehen, hat sich herausgestellt, dass ich seine Sorgen total unterschätzt habe, weil mir meine Müdigkeit und meine Gereiztheit den Blick dafür versperrten.

Wir lernen und wir wachsen jeden Tag noch ein bisschen enger zusammen. Bald ist Henry ein Jahr alt und ich kann einfach nicht glauben, dass unser kleiner Mops bald ein Kleinkind ist…

4 thoughts on “Das letzte Baby-Update: 11 Monate mit Henry

  1. Sarina

    Liebe Regina,
    was für tolle, ehrliche Worte <3
    Wie viele von uns Müttern erleben es ähnlich, versuchen aber es nicht zu thematisieren, zu überspielen. Gerade für eine Partnerschaft ist es eine so große Herausforderung, an der nicht viele gerade deshalb scheitern, weil Sie nicht kommunizieren.

    Meine Tochter wird im September 6 und ich kann Dir nur bestätigen, dass jede Phase, jedes Alter es noch schöner macht, wenn natürlich auch andere Probleme Raum gewinnen. Und dann ….. dann kommt auch wieder mehr Zeit, Raum für Dich, für Euch und man kann alles noch mehr genießen.

    <3

    Sarina

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  2. Katharina

    Schöne Worte! Ich bin mir sicher, dass du bzw. ihr, das hinkriegt. Je älter Henry wird, desto einfacher wird es sicher, mit Zeit für sich bzw. sich als Paar.

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  3. Judith

    Liebe Regina,
    vielen Dank für diesen schöööönen Bericht! Ihr seid so eine liebenswerte Familie und ich finde es super zu sehen, wie ihr drei zusammen die ganz normalen Alltagsprobleme meistert. Ich habe keine Kinder, aber ich bin dankbar, wenn so ehrliche Postings einem die Augen noch mehr öffnen für die Problem und Sorgen meiner Freundinnen mit Familie. Haltet weiterhin so gut zusammen! Liebe Grüße, Judith

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  4. Alexandra

    So ein wunderbarer Post! Vielen Dank für diesen schönen und ehrlichen Einblick! Und meine Güte ist Henry niedlich! Es macht auch als Außenstehende unglaublich Spaß ihn zu beobachten und bei Instagram etc. juchzen und lachen zu hören :-)
    Ganz liebe Grüße

    Alexandra

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