ONE WORD

Balance

Ich habe schon vor einer ganzen Weile damit aufgehört, mir Vorsätze zu vorzunehmen, die ich spätestens im März wieder über den Haufen werfe, weil sie mir einfach keine Freude machen. Mir ist bewusst geworden, dass ich meine Probleme anders angehen muss, damit ich sie löse, indirekter, aber effektiver –  bildlich also erst die Wurzel finden muss, damit ich an den Apfel rankomme. Auf den Gedanken, nur ein einziges Wort zu finden, das meinen Fokus für das Jahr definiert, hat mich vor einigen Jahren Karla Reed gebracht, für mich eine wunderbare, so sympathische Mom auf Instagram, die mich täglich zu einem positiven Lifestyle als junge Mutter inspiriert. Letztes Jahr war es „Selbstvertrauenich wünschte mir für mich eine große Portion davon für das unbekannte Kapitel, das mir bevorstand. Der Fokus hat mir immer wieder dabei geholfen, intuitiv zu handeln, auf mein Bauchgefühl zu hören, mich von Vergleichen zu distanzieren und den Mut zu haben, unser Familienleben ohne Fremdeinflüsse und Ratschläge von außen zu organisieren.

Für mich geht es insgesamt darum – und das hat sicher etwas mit diesem „erwachsen werden“ zu tun – an einer positiven Lebensqualität zu arbeiten, die mich und die Menschen in meinem Leben glücklicher macht. Es geht im großen Ganzen um Gesundheit, um Glück, um Liebe, um Zufriedenheit und im Kleinen dann natürlich doch um minimale Veränderungen, kleine Puzzleteile, die das Bild zusammenfügen. Ich bin da vielleicht ein bisschen pragmatisch gestrickt, aber am Ende ist doch alles im Leben eine einzige Kettenreaktion und das macht die Sache gar nicht komplizierter, sondern so viel einfacher, hier und da neue Routinen zu entwickeln oder blöde Angewohnheiten abzulegen.

Wie sieht dieses schöne Modell also in der Realität aus? Ich nehme mir nicht vor, 3x pro Woche Sport zu machen, weil das nicht realistisch ist. Ich kenne mich, ich bin faul, ich bin konstant überarbeitet und müde, ich bleibe lieber im Bett als um 6 Uhr laufen zu gehen, also wäre das ein Vorsatz, der direkt in die Tonne wandert. Ich höre auch nicht auf, Zucker zu essen oder auf Milch zu verzichten, weil ich Kuchen liebe und meinen Kaffee nicht ohne wunderbaren fluffigen Milchschaum genießen möchte. Das schmeckt mir gut und macht mich glücklich und deswegen bleiben all das kleine „Goodies“, die ich mir im Alltag gönne. Ich will aber gesund sein, meinen Körper fit halten, mich in meiner Haut wohl fühlen und nicht bei jeder Kniebeuge (die man als Mutter eines großen Krabbelbabys viel zu oft machen muss) das Gefühl haben, auseinanderzubrechen. Und das ist doch ein guter Anfang, um meine innere Blockade zu überwinden. Ich weiß, dass mein Körper nicht jünger wird, ich will ganz besonders für Henry fit sein, ich will meinen Körper respektieren, ihm ein bisschen entgegen kommen, weil er mich ja noch eine Weile ertragen muss und weiß, dass ein bisschen Bewegung zwischendurch sofort mein Lebensgefühl verbessert, weil ich viel besser schlafe, automatisch regelmäßiger und gesünder esse und viel ausgeglichener bin. Das führt mich zu meinem Wort für dieses Jahr.

Innere Balance

Ich merkte in den letzten Wochen immer wieder, wie ich an meine Grenzen geraten bin. Mir fehlte jede Energie, ich war schnell gereizt, habe vor lauter Arbeit und Stress nicht mehr richtig gegessen, war abends völlig überarbeitet und habe Alex grundsätzlich wie ein hungriger, schlecht gelaunter Drachen an der Tür empfangen. Ich habe meine innere Ruhe verloren und das ist grundsätzlich schlecht, aber mit einem kleinen Wurm natürlich noch schlechter.

Familie und Job, Freundschaften und meine Gesundheit unter einen Hut zu bekommen, wird wohl mein größter Struggle in diesem Jahr. Ich muss es irgendwie schaffen, eine Routine für uns alle zu entwickeln, bei der niemand zu kurz kommt und die zwischendurch auch mal eine kleine Atempause zulässt. Mein Wort ist „Balance„, ich will möglichst stressfrei einen Work-Life-Flow entwickeln, der nicht an meiner Gesundheit zehrt und mich nicht blind für all die schönen Dinge macht, die mir jeden Tag passieren. Ich will genug Zeit für Henry haben, möchte meine Beziehung wieder mehr genießen und einen guten Job machen. Klingt absolut machbar, fühlt sich momentan nur überhaupt nicht so an.

Die erste Maßnahme zu einer neuen, gesunden Routine ist mein neuer Kalender, „Ein guter Plan“, den Alex mir zu Weihnachten geschenkt hat. Ich bin furchtbar schlecht darin, meine Zeit zu organisieren, Termine im Blick zu behalten und mich nicht mit To-Do’s zu überschütten. Ein Schritt nach dem anderen, das hab ich zumindest im letzten Jahr schon gelernt und wenn euch interessiert, wie ich meinen Alltag organisiere, ohne durchzudrehen, erzähle ich dazu gerne in einem anderen Post noch mehr. Es steckt auf jeden Fall ein ziemlich schlauer Plan dahinter, soviel kann ich schon verraten. ;)

 

Ich hatte vor einigen Tagen ein schönes Gespräch mit Alex – manchmal kommen wir tatsächlich noch dazu – und habe ihm von meinem letzten Vorsatz-Wort erzählt, mein neues erklärt und er fand das alles richtig super und klug. (YEAH!) Er erkennt immer die richtigen Momente, in denen er mich einfach in den Arm nimmt, mich küsst und mir sagt, wie glücklich er ist, dass ich mich um uns kümmere (auch wenn ich ein kleiner Drachen bin). Das motiviert mich unheimlich, dieses Jahr entspannt anzugehen, keine Angst vor dem Scheitern zuzulassen und auch weiterhin ein Herzmensch zu bleiben. Ich kann euch deswegen nur empfehlen, über eure Vorsätze und Pläne, vielleicht ja auch über euer Wort mit einer Person zu sprechen, die euch gut kennt, eure Gedanken oder Sorgen versteht und dabei hilft, manche Punkte zu hinterfragen oder neue Perspektiven möglich zu machen.

8 thoughts on “ONE WORD

  1. Katharina

    Die Idee mit dem einen Wort, das dein Jahr beschreibt, finde ich spitze! Das ist echt viel besser als irgendwelche Vorsätze. Die halten bei mir auch nie lange bzw. es dauert ewig bis ich überhaupt damit anfange :D

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    1. Regina
      Regina

      Ich kann es wirklich nur empfehlen…ich suche zwar immer nach dem richtigen Wort, aber wenn man den Fokus erstmal hat, ist es viel einfacher, dran zu bleiben!

      Liebe Grüße,
      Regina

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  2. Jenny

    Liebe Regina,
    ich war bisher immer stille Leserin, aber heute muss ich die Gelegenheit mal nutzen, dir etwas zu schreiben.
    So richtig interessant finde ich deinen Blog um ehrlich zu sein erst, seitdem du Mama geworden bist. Ich bin zwar selber noch keine, der Plan steht aber zumindest schon mal. Einen ersten „wunden“ Punkt hast du bei mir mit der „Baby-Bucket-Liste“ getroffen, den du damals veröffentlicht hast. Das passt so schön auch in mein Leben. Wann ist der richtige Zeitpunkt, was sollte man wagen, was schon gemacht haben. Auch heute hast du wieder so einen Punkt getroffen. Ich finde das du immer so herrlich ehrlich, erfrischend und motivierend bist. Also schreib gerne weiter über diese Themen, du inspirierst mich und bringst mich zum nachdenken.

    Vielen Dank und bis bald!

    PS.: Einen Post darüber wie du dich organisierst? Super Idee :-) Verrate uns deinen „Masterplan“.

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    1. Regina
      Regina

      Liebe Jenny,

      dein Kommentar macht mich gerade total happy, vielen Dank für deine lieben Worte! So richtig interessant finde ich den Blog auch erst, seitdem ich Mama bin ;) Mich freut es so doll, wenn jemand erkennt, dass ich hier wirklich ganz authentisch und echt bin und keine sympathischere Version von mir selbst spiele. Ich bleibe also unbedingt dran und geb mir weiter Mühe!

      Alles Liebe an dich, Regina

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  3. Jana

    Klingt sehr spannend wie du an die Sache rangehen möchtest. Gerne kannst du uns mit Tipps versorgen wie es bei dir klappt! Die innere Ruhe zu finden scheint mir nicht so einfach zu sein und fehlt mir auch, vor allem mit der neuen Rolle als Mutter. Deshalb kenne ich das Drachendasein nur zu gut :D

    Liebe Grüße
    Jana

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    1. Regina
      Regina

      Ich probiere es jetzt seit zwei Jahren so und es fällt mir einfach 100x leicher, insgesamt glücklicher und entspannter zu sein. Klar muss ich an mir arbeiten und gerade in schwierigen Phasen, also wenn Henry im Schub steckt oder irgendwas anderes zwickt, ist es super anstrengend, alle bei Laune zu halten…außerdem finde ich Drachen seit GOT gar nicht mehr so schlimm – uneberechenbar, ja – aber durchaus nützlich! ;)

      Alles Liebe, Regina

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  4. Lissa

    Liebe Regina,

    ich freu mich, dass deine Seite wieder online ist, habe sie schon vermisst und das neue Design ist schön frisch.

    Ich kann gut nachvollziehen, wie die vielen Aufgaben und Rollen an den Nerven zehren, sodass man am Ende des Tages gefühlt nur noch aus primitiven Grundbedürfnissen besteht und seine Umgebung schlecht behandelt. Ich will und muss auch mehr Balance finden, um meine lieben Mitmenschen nicht zu vergraulen.

    Ich bin gespannt wie das Jahr für uns wird und drücke uns die Daumen für mehr Selbstliebe!

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    1. Regina
      Regina

      Hi Lissa, danke für deine lieben Worte! Also…ich würde jetzt nicht sagen, dass ich meine Umgebung schlecht behandle, aber hier und da rutscht mir vielleicht ein passiv-aggressives „Mach doch selber!“ raus ;)

      Auf ganz viel Selbstliebe!

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