Looking back on 2016

A good year

Jahresrückblicke gehören zu den schönsten Beiträgen, finde ich, weil sie so viel persönliche Einblicke zulassen. Ich meine, dieser Blog ist eh schon unheimlich nah an meinem Leben dran, aber euch noch einmal mitzunehmen und die intimsten, beeindruckendsten, emotionalsten Momente gemeinsam Revue passieren zu lassen, ist für mich wirklich sehr besonders. Ich muss euch ehrlich sagen, die kleinen Dinge und Momente verblassen einfach davor, dass mich das letzte Jahr zu Henrys Mama gemacht hat. Seine Geburt hat wirklich alles, was ich je erlebt habe, in den Schatten gestellt und es wäre irgendwie schräg, wenn ich euch etwas anderes erzählen würde. 2016 hat meine, hat unsere Welt auf den Kopf gestellt, immer und immer wieder. Ich bin vor einigen Wochen über ein grandioses Zitat gestoßen, das ich unbedingt mit euch teilen muss, weil es so viel über meine persönliche Veränderung zusammenfasst:

Motherhood has put me on the fast track toward achieving everything I’ve always wanted in my life. It is my most rigorous assignment yet. It has not derailed my path, it has only defined it. Motherhood has given me clarity, focus, and more stamina.

Ich unterhalte mich oft, viel und gerne darüber, wie ich meine neue Rolle als Mama wahrnehme, wie ich mich darin wiederfinde und dass es mich so real glücklich macht. Vielleicht ist es die permanente Umgebung von ganz verschiedenen Müttern, egal ob online oder im realen Leben, die mich täglich daran erinnert, wie ich mich als Frau definieren möchte. Vielleicht sind es meine vielen (noch) kinderlosen Freunde, die mir im letzten Jahr nie das Gefühl gaben, dass ich jetzt irgendwie einer anderen Spezies angehöre. Ganz sicher aber hat Alex mir am meisten dabei geholfen, mich ohne Stress und ganz intuitiv in meine neue Rolle als Mama und Partnerin einzugrooven. Ich weiß gar nicht, wie ich das letzte Jahr ohne ihn gemeistert hätte und er ist es auch, der mir immer wieder vor Augen führt, dass hier eigentlich alles richtig und gut läuft. Mama zu sein, hat mir und meinem Leben nicht nur eine neue Bedeutung, sondern auch eine andere Richtung gegeben.

EMOTIONS ALL OVER THE PLACE

Das Jahr war emotional, aber es waren gute Gefühle, gepaart mit Müdigkeit, mit Unsicherheit, manchmal durchaus auch mit einer leichten Gereiztheit, aber alles in allem gut, positiv, wunderbar. Henrys Geburt war ein bisschen holprig und ich habe mindestens sechs Monate gebraucht, um mich von den sichtbaren und weniger sichtbaren Verletzungen zu erholen. Das war anders, als ich es mir für mich und mein erstes Kind gewünscht hatte, aber es hat nichts an diesem unglaublichen Erlebnis kaputt gemacht. Das habe ich vor allem Alex und meiner wunderbaren Hebamme zu verdanken, die mich zu jeder Zeit und vor allem während der gesamten Geburt, während jedes einzelnen Schrittes, jeder Wehe und am Ende auch in der kritischen Phase begleitet haben und mir immer wieder Mut gemacht haben. Ohne albern klingen zu wollen, bin ich ziemlich stolz darauf, wie ich es hingekriegt habe, EIN KIND AUS MIR HERAUSZUPRESSEN. (Ich meine, well…ich finde das immer noch ziemlich krass.) Ich bin unheimlich froh, dass mir die Möglichkeit gegeben wurde, die Geburt auch währenddessen – so weit, wie es eben möglich war – selbst mitzubestimmen und das weiß ich besonders im Nachhinein sehr zu schätzen, sodass ich ganz ohne Bauchschmerzen an die 12h im Kreißsaal zurückdenke. Dann war er da und das Leben ab diesem Moment einfach ein anderes. Henry, dieses kleine Häufchen Mensch, in den Arm zu nehmen, am nächsten Tag in meinen leeren Bauch zu knuffen, ihn mit nach Hause zu nehmen, die erste Nacht zu dritt und tausend andere erste Male im letzten Jahr haben mich immer wieder umgehauen. Manchmal denke ich, man ja gar keine Wahl, als zu wachsen, sich als Person zu verändern und mutig zu werden, weil man jeden einzelnen Tag irgendetwas Neues bewältigen muss, woran man entweder noch nie gedacht hat oder was völlig absurd ist. Heute vor einem Jahr saß ich hochschwanger auf dem Sofa und versuchte mir Henrys kleines Gesicht vorzustellen, ließ mir von Alex Essen bestellen und hatte überhaupt, überhaupt keinen Schimmer, wie großartig sich unser Leben verändern würde. Es war ein sehr gutes Jahr für uns.

RELATIONSHIPS

Ich hatte nie einen großen Freundeskreis und die Menschen, die ganz nah an unserem Alltag dran waren, wussten eigentlich auch Bescheid, dass die Sache mit dem Baby nicht mehr ewig auf sich warten lassen würde. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum genau dieser kleine Kreis an Menschen immer noch genau da ist, wo er vor 18 Monaten war, bevor ich schwanger wurde: Ein besonderer und ganz persönlicher Teil meines Lebens. Mir wird jedes Mal ganz warm ums Herz, wenn sich meine Freunde, die mir so viel bedeuten, genauso sehr für Henry und den ganzen Babykram begeistern können, wie ich, sogar für Windeln oder Babybrei. Mir hat keine meiner Freundinnen ein doofes Gefühl gegeben, seitdem ich Mama bin und nachdem ich mich umgehört habe, ist das wohl ein seltener Glücksfall. Ich sehe das ja so: Wir haben uns ausgesucht und wir bleiben beieinander oder wie meine Freundin Lina es so schön in Worte verpackte: „Die täglichen Spaziergänge mit Henry gehören zu meinem Alltag. Er ist nicht das Kind meiner Freundin, er ist irgendwie mein Bro geworden. Und vielleicht habt ich so auch gelernt, wie schön es sein kann und wie sehr es die eigene Perspektive erweitert, Kinder im Freundeskreis zu haben. Warum mir das leicht fiel? Weil wir uns nie Labels aufgedrückt haben, schon immer bereit waren, die Perspektive des anderen zu teilen und immer wieder Gespräche suchen. Nicht selbstverständlich, sondern für beide Seiten Arbeit – die sich lohnt!“ Freundschaft ist eben keine Einbahnstraße. Ja, Perspektiven ändern sich, aber das Leben ändert sich eh, immer wieder und für uns alle. Meine erste Priorität ist einfach Henry, das wissen meine Freundinnen und keine nimmt es mir übel, wenn ich statt zum Rotwein auf der Couch eben zum Glühwein-to-go und 2h Spazierengehen einlade. Jede Beziehung bedeutet auch, sich zu bemühen, vielleicht ungewöhnliche Alternativen anzubieten, auch mal unbequeme Dinge anzusprechen, schöne und traurige Momente zu teilen, Nähe zuzulassen und nur weil man Mutter wird, ändert sich das ja nicht, oder? Sehr spannendes Thema und definitiv eines, dass man ausführlicher besprechen muss!

Auch Alex und ich haben immer wieder darüber gesprochen, wie viel mehr Arbeit es auf einmal ist, sich nah zu bleiben und wie wichtig es ist, am Ball zu bleiben. Es ist durchaus komisch, das erste Mal wieder miteinander zu schlafen, es ist komisch, den ersten Abend ohne Kind zu verbringen, es ist komisch, sich über andere Dinge als Henry zu unterhalten und wieder anzunähern, obwohl man dachte, man könnte sich nicht noch näher sein. Einfach mal 15 Minuten mit seinen Gedanken anwesend zu sein, ohne im Kopf die Einkaufsliste für den nächsten Tag zu schreiben, klingt einfacher als es ist. Eltern zu sein und als Team zu funktionieren ist definitiv ein andere Geschichte, als nur das verliebte Paar sein zu können. Es ist anstrengender, es zehrt mehr an einem, aber es belohnt einen immer wieder mit diesem warmen Gefühl zusammenzugehören, eine Einheit zu sein, eine Familie zu sein. Das ist…wirklich der Hammer! Ich muss definitiv daran arbeiten, Alex öfter zu sagen, wie großartig er ist!

LIVING

Wir haben den Hamburger Wohnungsmarkt inhaliert und dabei herausgekommen ist folgendes Resultat: Wir bleiben erstmal genau da, wo wir jetzt sind! Unsere Erwartungshaltung ist einfach nicht kompatibel mit dem, was der Markt hergibt und mit ein bisschen Arbeit und Kreativität machen wir es uns jetzt eben schön hier, in unserer muckeligen Wohnung! Wir haben uns mehrere Alternativen angeschaut, haben einige Zusagen und einige Absagen bekommen, aber es war einfach nicht die Wohnung dabei. Vielleicht gibt es diese eine perfekte Mietwohnung für uns auch gar nicht, aber wir wohnen momentan so schön, es ist einfach nur einen Mü zu klein…aber solange Henry ein Baby ist, kriegen wir das hier schon hin und halten einfach weiterhin die Augen offen. Wir haben bereits alle Möbelstücke gedreht, sodass Henry jetzt sein eigenes Zimmer hat und sind ganz aufgeregt, weil noch Farbe und Bilder und Tapeten und lauter Kleinkram fehlt, aber dieses Projekt ist unheimlich spannend und wird eine große Story auf dem Blog! Es ist frustrierend, wenn sich denkbar einfache Dinge, wie eine neue Wohnung zu finden, als unglaublich zeitintensiv und kräftezehrend herausstellen. Es gibt Tage, da bin ich wütend, genervt, würde die schweren Einkaufstüten am liebsten in die Ecke pfeffern und schmollen und dann denke ich wieder, wie unglaublich privilegiert wir eigentlich leben und dass ich durchaus dankbar sein sollte, für das Leben, das wir leben dürfen.

TRAVEL

Letztes Jahr ist das Thema Reisen ein bisschen untergegangen. Henrys Geburt war Anfang März und im Spätsommer ist Alex für einen Monat beruflich im Ausland gewesen. Das genaue Timing hing die ganze Zeit in der Schwebe, insofern konnten wir keinen Urlaub buchen und haben unseren ersten Strandurlaub mit Henry auf ein kleines, aber feines Ostseewochenende in Heiligendamm abgekürzt. Es war so, so schön und ich werde nie vergessen, wie Henry im Hotelbett zum ersten Mal seinen Zeh in den Mund nahm und mit Schmackes daran saugte. Wir haben Tränen gelacht! Ich war außerdem noch ein paar Tage alleine mit Henry und meinen Eltern an der Ostsee, als er knapp drei Monate alt war und noch ein ganz unkomplizierter Reisefreund war. Mittlerweile ist er deutlich anspruchsvoller, was das angeht und will es nicht nur bequem haben, sondern vor allem auch ein vernünftiges Entertainmentprogramm!

Da unsere Familie nicht in Hamburg wohnt, sind wir immer wieder für ein paar Tage in die Heimat gefahren und was am Anfang noch so easy klappte, war zum Ende des Jahres eine Tortour! Nach 5 Tagen bei den Großeltern über Weihnachten war wirklich jede Routine – essen, schlafen, spielen – wie weggefegt, Henrys Laune im Keller und wir arbeiten, ehrlich gesagt, immer noch daran, unseren Alltag wieder in den Griff zu kriegen. ..

Zum Ende des Jahres haben wir uns ein Wochenendurlaub nach Berlin geschenkt, was für uns alle genau die richtige Idee war! Wir mussten einfach mal raus und auch wenn es zuhause in Hamburg wunderschön ist und man hier genug unternehmen könnte, tut es hin und wieder gut, die Kulisse zu wechseln. Gerade zwischen den üblichen Alltagsaufgaben wie den Haushalt zu schmeißen, Einkäufe zu erledigen und was einem noch so einfällt, wenn man Urlaub hat, finde ich es unheimlich wichtig, sich davon auch mal zu verabschieden, damit man sich wirklich entspannen kann! Henry hat super mitgemacht und wir konnten shoppen und essen gehen und haben einfach die schöne Zeit zusammen genossen. Generell ist Henry superhappy wenn er bei uns ist, deswegen werden wir uns in 2017 ein paar größere Reisen mit ihm zutrauen, davon erzähle ich euch aber im nächsten Post!

 

Ich hoffe, ihr seid gut und gesund ins neue Jahr gekommen und habt die Hälfte eurer Vorsätze nicht schon wieder über Board geschmissen! Ich freu mich auf 2017, auf viele neue Abenteuer und Geschichten, habe überhaupt keine Erwartungen und weiß, dass ich so nur überrascht werden kann! HAPPY 2017 und alles, alles Liebe!

4 thoughts on “Looking back on 2016

  1. Katharina

    Liebe Regina,
    dir auch ein tolles Jahr 2017!
    Ich freue mich immer über deine Artikel und bin froh, auf deinen Blog gestossen zu sein. Ich werde diesen März zum ersten Mal Mutter und finde es super spannend zu lesen, wie sich Henry so entwickelt. Damit habe ich quasi schon einen kleinen Blick in die Zukunft :)
    Liebe Grüße,
    Katharina

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  2. Alexandra

    So ein wunderschöner Jahresrückblick und irgendwie macht es mich voll glücklich, dass du so glücklich bist :-) Verrückt irgendwie, aber das ist ja auch das Schöne, wenn man einen Blog liest und so richtig mitfühlt und miterlebt. Henry ist einfach ein so süßer kleiner Knopf und ich bin gespannt, was ihr alles noch so erlebt. Und Danke, dass wir das als deine Leser/Follower miterleben dürfen!

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    1. Regina
      Regina

      Aaaaaawww, mich macht dein Kommentar richtig glücklich, danke! <3

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  3. Finja

    Glückwunsch zum Familienzuwachs!!:)
    xx finja | http://www.effcaa.com

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