Unser Abschied vom Familienbett

Babys Schlaf ist irgendwie immer ein Thema, man hat fast schon das Gefühl, jede Mutter ist auf der Suche nach dem heiligen Gral. Zwischen Babykeksen und Kaffee hört man immer irgendwann die Frage:

„Und, schläft er schon durch?“

Ich finde das große Interesse daran ja absurd, das Kind schläft halt wie es schläft, was soll ich dazu schon großartig sagen, es gibt durchaus spannendere Themen, über die mich gerne unterhalten würde, wenn ich wach und aufnahmefähig bin. Aber noch merkwürdiger sind manche Reaktionen: „Wie, er schläft nicht alleine ein?“ oder „Was, er schläft immer noch nicht durch? Ja, aber das muss er doch langsam mal lernen.“ Ich kann mich über sowas nur wundern. Henry schläft super, aber nein, er schläft nicht durch und momentan sind wir auch weit davon entfernt, dass er abends alleine einschläft. Und ich bin ganz ehrlich mit euch, diese ewige Diskussion über fehlenden Schlaf, wenn man ein Baby hat, ist mir eh suspekt. Man hat sich ja kein achtjähriges Schulkind ins Haus geholt, sondern ein B-A-B-Y. Die schlafen bekannterweise nicht durch, gehen nicht alleine aufs Klo und essen auch nicht mit Besteck. So, jetzt ist es raus. Henry ist nun mal ein kleiner Mensch mit Bedürfnissen und wenn er nicht alleine sein will und Nähe braucht, wären wir die letzten, die ihm das verwehren würden. Ich kann das sogar gut nachvollziehen, ich schlafe ja auch hundert Mal besser, wenn ein schlagendes Herz neben mir liegt und ein Bein in meines verknäult ist…

Wie man sich bettet , so schläft man – das gilt auch für Babys!

Ich habe in der Schwangerschaft nie geplant, wie wir Henry betten, ob er bei uns im Bett schläft oder in seinem eigenen, weil ich – wie immer – der Meinung war: We are rolling with it. Je nachdem, was sich für uns richtig und gut anfühlt, ist der Weg, den wir gehen und sowas lässt sich ganz einfach nicht planen. Nach der Geburt war es mir am allerliebsten, wenn Henry in meiner unmittelbaren Nähe schlief. Das Beistellbett war zwar eine wunderbare Hilfe und Gelegenheit, im Zweifel auch ein paar Stunden ohne Verrenkungen zu schlafen, aber gerade in den ersten Wochen, als die Pausen zwischen den Stillmahlzeiten noch recht kurz waren, habe ich Henry vor allem nachts immer zu mir geholt und ihn entweder auf meiner Brust oder in meinem Arm einschlafen lassen. Er schlummerte eindeutig besser und länger so und ich konnte mich entspannen, weil ich seinen Herzschlag spürte. Ihn so nah bei mir zu haben, hat mich beruhigt und ist immer noch unheimlich schön und innig. Manchmal hat Alex ihn zu sich gezogen, manchmal rollte er sich wie ein kleiner Igel zwischen uns zusammen, aber wir haben gerade die ersten Wochen dieser Nähe und Intimität sehr genossen. Es wurde zur Gewohnheit, dass wir Henry erst ins Beistellbett legten und sobald wir auch ins Bett gingen, zu uns nahmen. Im Laufe der letzten Monate lernte ich dann, Social Media sei Dank, dass sich sowas „Familienbett“ nennt und anscheinend ein kontroverses Thema ist.

Ich will gar nicht lange darüber diskutieren, welche Problematik dahinter steckt, wenn das Baby im Elternbett schläft, weil ich fest an elterliche Sensoren glaube, die auch im Schlaf Gefahren abwenden können. Außerdem habe ich selbst in den ersten Monaten die Erfahrung gemacht, dass der Schlaf von Henry und mir deutlich ruhiger verlief, wenn er ganz nah bei mir lag. Der Vollständigkeit halber zähle ich trotzdem die wichtigsten zu beachtenden Punkte auf:

  1. Achtet zwingend darauf, dass euer Baby nicht unter der Decke oder zwischen den Kissen landet, weil es gerade in den ersten Monaten noch nicht dazu in der Lage ist, seinen Kopf zu wenden und sich im Zweifel selbst zu schützen!
  2. Kleine Babykörper kühlen unheimlich schnell ab, weil sie ihre Körpertemperatur noch nicht regulieren können und deswegen immer auf Hilfe von außen angewiesen sind. Wenn das Baby also im Bett mitschläft, schläft es idealerweise im Schlafsack über der Decke oder ohne Schlafsack ganz nah an Mama oder Papa dran. Meine Schwägerinnen haben mir noch vor Henrys Geburt die Schlafsäcke von Alvi empfohlen, die zwei Größen mitwachsen können, viel Platz zum Strampeln bieten und schön muckelig warm halten, ohne dass sich die Wärme stauen und gefährlich werden kann! Achtet unbedingt aufs Material und kauft nur 100% Baumwolle, kein Mischgewebe und auf gar keinen Fall Polyester oder Acryl für euer Baby!
  3. Absolut klar, deswegen fühlt sich hoffentlich niemand angesprochen: Geht niemals alkoholisiert mit eurem Säugling ins Bett!

Unser Abschied vom Familienbett

Unser Abschied vom Familienbett ist ein langsamer Prozess, ich habe euch hier schon mal ein wenig davon erzählt. Babys werden ja in der Regel nicht kleiner und auch wenn Henry optisch wirklich nicht nach mir kommt, hat er definitiv eine Sache von mir geerbt: Er ist eine fürchterlich wilde Wühlmaus. Mit den ersten selbstständigen Drehungen und Bewegungen fing es an, dass er sich erst zu mir, dann zwischen Alex und mich, quer durchs Bett, unter die Decke und gefährlich nahe an die Bettkante kullerte. Henry passte nach knapp 7 Monaten nicht mehr in seinem Beistellbettchen und ich konnte mich nachts nicht mehr richtig um die wilde Maus herumdrehen, ohne dass mir morgens alle Gelenke schmerzten. Das Ende vom Lied? Trotz eines eigentlich gut eingespielten Schlafrhythmus wachten wir nun wieder alle 2h auf, ich fühlte mich morgens gerädert, Alex schleppte sich müde ins Büro und naja, Henry holte seinen fehlenden Schönheitsschlaf tagsüber nach. So schön es auch ist, mit Henry zu kuscheln, so unmöglich gestaltete es sich, mit ihm in unserem 1,60m Bett zu schlafen. Nachdem Henry vom Bett gefallen ist (Schreck meines Lebens!), war für mich absolut klar, dass wir uns vom Familienbett verabschieden müssen, zu groß wäre meine Angst, Henry könnte wieder rauspurzeln. Wir haben uns für das Stokke Sleepi entschieden und unsere Schlafqualität hat sich, seitdem wir Henry in sein eigenes Bettchen legen, um Welten verbessert!

Im Beitrag zu meiner Erstausstattung habe ich euch schon mal erzählt, dass wir Henry erst gepuckt haben und nach knapp 8 Wochen auf die Schlafsäcke von Alvi umgestiegen sind. Decken, Kissen und Spielzeug haben in einem Babybett wirklich nichts verloren, gerade wenn man ein so unruhiges Kind hat wie wir. Henry würde nur drüber rollen und sich ärgern, außerdem muss man besonders im ersten Lebensjahr des Kindes (aber im besten Fall natürlich grundsätzlich) jede mögliche Gefahrenquelle aus dem Bett verschwinden lassen! Mittlerweile schläft Henry in seinem dritten Babymäxchen, mal mit, mal ohne Innenschlafsack (die sich aber bestens für warme Sommernächste eignen) und und hat es darin nicht nur warm, sondern kann sich auch noch wunderbar darin bewegen. Übrigens: Der Schlafsack auf den Fotos ist aus der gemeinsamen Kollektion von Alvi und bellybutton! Das Design ist ganz zauberhaft und der Schlafsack auf den Fotos ist so kuschelig weich und warm! Ich bereite euch zwar noch einen Giftguide für werdende Eltern und Neugeborene vor, aber das wäre auf jeden Fall eine wunderbare Geschenkidee, falls ihr noch etwas Schönes sucht!

Und zum Schluss

Ich hoffe, ihr versteht, was ich mit meinem kleinen Vortrag am Anfang des Artikels sagen will: Wir Mütter setzen uns einfach in jeder noch so kleinen Angelegenheit unter Druck, schieben uns selbst in Schubladen, bedienen aus Verzweiflung jedes Klischee und versuchen so viel wie möglich vorauszuplanen. Vielleicht haben wir auch ganz bestimmte Vorstellungen, wie dies oder jenes ablaufen soll und vergessen ganz gerne mal dabei, dass man die Entwicklung eines Kindes, aber aber auch seine eigene nicht wirklich kontrollieren kann. Das ist ganz normal, aber ich bin mir sicher, dass wir uns in viel zu vielen Situationen selbst im Weg stehen und unser Leben einfacher gestalten könnten, wenn wir auf unser Gefühl hören würden und unsere Kinder, aber auch uns selbst ein bisschen achtsamer beobachten. In diesem Sinne: Schlaft gut und bis bald!

 Dieser Beitrag ist in liebevoller Kooperation mit Alvi entstanden. 

7 thoughts on “Unser Abschied vom Familienbett

  1. Jana

    Also meine Kleine schläft auch seit der Geburt bei uns im Bett. Meistens auf mir drauf, wobei ich sie nun immer mehr versuche abzulegen, so dass sie neben mir schläft. Noch ist sie 2 Monate und bewegt sich noch nicht viel, aber sobald das beginnt, wird sie in ihr eigenes Bettchen umziehen müssen. Da wir ein Boxspringbett haben ist die Gefahr zu groß, wenn sie runterfällt. Wie ist es bei euch passiert? Lag er alleine oder an der Seite? Oder ist er sogar am Fußende runtergekullert, obwohl er zwischen euch lag?

    LG Jana

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    1. Regina
      Regina

      Liebe Jana, jaaaa, so haben wir es dir ersten 2-3 Monate auch gemacht, danach sind wir langsam umgestiegen, weil ich 1.einfach mal wieder ein paar Stunden ohne Baby auf mir oder an mir schlafen musste und 2. weil er dann anfing, sich wie eine kleine Wühlmaus zu bewegen. ;)

      Er lag in seinem Beistellbettchen und ist irgendwie raus und um die Ecke gekullert…ich hab zwar dicke Kissen davor gelegt, aber es hat ganz offensichtlich überhaupt nichts genützt. Den Schreck wünsch ich wirklich keinem, insofern macht es auf jeden Fall Sinn, die kleine Maus ins eigene Bettchen zu legen, sobald sie sich drehen und robben kann!

      Ganz liebe Grüße! <3

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  2. Kristina

    Oh Regina!
    Wie sehr du mir mal wieder aus der Seele schreibst! :)

    Diese ewigen Vergleiche fangen ja sogar schon an bevor das Kind auf der Welt ist!
    Unser Zwerg ist im Januar ausgezählt und in den verschiedenen Foren wird schon wild hin und hergeschrieben wie groß und wie schwer denn die Babys in den anderen Mütterbäuchen sind, was der Kopfumfang macht und wie viele Punkte es fürs CTG gab…

    Dass es reicht dass die Frauenärztin das kleine Kreuz auf dem Ultraschallgerät auch nur einen mm zu verschieben um ein völlig anderes Ergebnis zu erhalten wird ausgeblendet.

    Klar dass das nicht weniger wird wenn die Kleinen dann erstmal auf der Welt sind!
    Umso angenehmer finde ich deine entspannte und intuitive Art im Umgang mit Henry!

    Es tut gut zu lesen, dass es eben auch noch solche Mamis gibt! :)

    Das Familienbett fällt bei uns leider raus.
    Ich habe zwar keine Sorge den Kleinen zu überrollen (ich bin auch noch nie nachts aufgewacht und lag aus Versehen auf meinem Mann :D ),
    aber wir haben einen Labrador der es leider gewohnt ist eine Ecke des Bettes abzubekommen und aus dieser Ecke dann auch mal eine komplette Betthälfte macht wenn wir schlafen :D
    Und wenn er dabei so über unsere Beine stampft und ihm auf seiner Suche nach der für ihn am gemütlichsten Liegeposition ziemlich egal zu sein scheint was ihm in den Weg kommt, mache ich mir dann doch so meine Gedanken ;)

    Aber das Kuscheln wird sicher trotzdem nicht zu kurz kommen!!! :)

    Ganz viele liebe Grüße
    Kristina

    (P.S.: Der Schlafsack ist wirklich ein Träumchen!! Diese süßen Elefanten <3 )

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    1. Regina
      Regina

      Liebe Kristina, danke, das freut mich wirklich sehr! <3 Lass dich auf keinen Fall verunsichern und nimm lieber ein bisschen Abstand von diesen Moms, die dich jetzt schon stressen – es wird vermutlich nicht besser.;) Ich hab zwar keinen Hund, aber ich kann mir gut vorstellen, dass euer Labrador sogar sehr rücksichtsvoll mit eurem Baby umgehen würde! Trotzdem klar, Gedanken würde ich mir auch machen und die Sicherheit des Kindes geht natürlich vor! Probiert es einfach aus und wenn nicht, ist es auch nicht dramatisch! Wie gesagt, es ist eigentlich sogar von Ärzten empfohlen, das Baby nicht mit im eigenen Bett zu haben…hör da ganz auf dein Gefühl!

      Liebe Grüße an dich <3

      Antworten

  3. Jana

    Auf diesen Artikel hab ich sehr gewartet und werde gleich noch das Gegenstück bei ivy lesen. Aber was soll ich sagen, du sprichst mir mal wieder aus dem Herzen, ganz genau so sehe ich es auch!

    Bei uns ist es eine Mischung geworden. Carl schläft abends in seinem bettchen ein und dort auch bis ca. 4 oder 5 Uhr (mit einem fläschchen zwischendurch). Und dann hol ich ihn zu mir ins Bett und dort wird dann weiter geschlafen und gekuschelt. Für die letzten Stunden im eigenen Bett fehlt ihm einfach noch die Ausdauer und ich genieße das kuscheln mit ihm. Denn tagsüber ist er leider ganz und gar kein kuschelbaby sondern ein Wilder Rabauke der nicht stillhalten kann.

    Liebe Grüße <3

    Antworten

    1. Regina
      Regina

      Huhu liebe Jana, ach, das freut mich! <3 Genauso sieht es bei uns eigenltich auch aus, es kommt immer ein bisschen drauf an, aber in der Regel hole ich ihn zwischen 4-5 Uhr morgens zu uns und so schlafen wir dann noch knapp 2h zusammen weiter. Die Pausen zwischen den Milchflaschen und auch zwischen den Wachphasen verlängern sich spürbar, momentan wieder und ich finde es unheimlich wichtig, dass ihm ihm das auch „erlaube“. Wahrscheinlich ist es auch ein bisschen einfacher so, weil ich ihn nicht mehr stille, aber ich bin ehrlich, ich genieße es sehr so! ;)

      Liebe Grüße an dich <3

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  4. Miriam

    Liebe Regina, ich höre da auch auf mein Gefühl und gebe mittlerweile bei manchen Leuten keine Infos mehr, damit eben kein Vergleichen stattfinden kann. :’D Mein Baby ist großartig und individuell. Ende.
    Verstehe auch die Frage nach dem Durchschlafen nie. Ist ja nicht deren Nacht, die kurz ist und dann ewig darüber philosophieren ist ja auch unnötig. Seit 3 Nächten schläft unsere Tochter in unserem Zimmer in ihrem eigenen Bett und darf nach der ersten Trinkpause zwischen uns. :) Das klappt bis jetzt ganz gut. :)
    Ganz liebe Grüße
    Miriam

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