5 Dinge, die ich erst tue, seitdem ich Mutter bin

Ich philosophiere ja eine Menge mit euch darüber, was dieses Muttersein mit mir angestellt hat. An und für sich will ich mich gar nicht beschweren, ich glaube, ich bin immer noch erträglich, eine nette Gesellschaft, man kann sich mit mir unterhalten und bekommt sogar zwischendurch eine Antwort. Ich renne immer noch jeden Morgen gegen die Bettkante und heule, motze Alex 1x am Tag an, führe beim Abwaschen leise Selbstgespräche und stehe mit verschränkten Armen unter der Dusche. Klingt nach mir.

Manche Dinge überraschen aber selbst mich. Es kommt durchaus regelmäßig vor, dass ich mich mitten am Tag bei etwas erwische und denke: „WAIT.WHAT.ARE. YOU.DOING?“ Zum Glück bin ich meistens alleine dabei bzw. ist meine Begleitung noch nicht dazu in der Lage, sich über seine Mutter zu wundern. Grund dazu hätte er genug.

1. Ich putze meine Wohnung mit Feuchttüchern.

Ich stolperte über einen mega, mega witzigen Snap von Karla Reed (einer meiner liebsten Mom-Accounts auf Instagram), auf dem sie mit Feuchttüchern durch die Wohnung rannte und flehend darum bat, ihr möge doch bitte jemand bestätigen, dass sie nicht die einzige Mutter auf der Welt sei, die ihr Haus neuerdings mit Feuchttüchern putzen würde. Ich habe vor Schnapplachatmung kaum noch Luft bekommen. Wenn ich mittlerweile irgendetwas im Schlaf kann, dann Baby-Feuchttücher aus den umständlichsten Schubladen, Taschen und Ecken zaubern, um damit die Fensterbank, den Tisch, den Boden, den Hochstuhl, manchmal die Arbeitsfläche und äußerst selten auch das Baby zu putzen. Sie sind so praktisch! Ich halte sie meistens kurz unter Wasser, um den kleinen Rest an Pflegeproduktzeug rauszuwaschen, aber grundsätzlich eignen sich Feuchttücher ganz hervorragend zum Putzen!

2. Ich trinke kalten Kaffee und Tee.

Eigentlich müsste ich damit beginnen, dass ich nie ein großer Kaffeetrinker war. Well, das hat sich geändert. Direkt nach der Geburt bin ich auf eine Tasse Kaffee am frühen Morgen umgestiegen, um zumindest nicht im Stehen einzuschlafen. Nach dem Abstillen sind wir mittlerweile bei soliden drei Tassen angekommen, über den Tag verteilt und mehr als bitter nötig. Kommen wir zum Problem. Ich trinke jedes Getränk maximal lauwarm,in der Regel kalt und das fand ich vorher, also bevor Henry mir meine schönen, festen Routinen durchkreuzte, überaus ekelhaft. Mittlerweile habe ich diese merkwürdige Gewohnheit fast schon liebgewonnen, Heißgetränke hatte ich schon eine ganze Weile nicht mehr. Letztens habe ich vor lauter Müdigkeit Mineralwasser über meinen Teebeutel gekippt und es erst eine halbe Stunde gemerkt. Natürlich hab ich die Tasse ausgetrunken.

3. Ich weine.

Ich bin eine emotionale Person, das ist mein Naturell und damit kann ungefähr eine Handvoll Menschen umgehen. Zum Glück wissen die wenigsten von meinem Temperament, weil es sich deutlich einfacher lebt, wenn man seine Umgebung nicht permanent in Verlegenheit bringt. Ich würde sogar behaupten (but don’t ask my boyfriend), dass ich in der Schwangerschaft ziemlich entspannt und locker drauf war: Ich habe kaum geweint, hatte keine Sorgen, mir gings prima und ich fand alles einfach nur schön. Kaum war das Kind geschlüpft, ging es los, ich weinte, immer, ständig, in den unpassendsten Momenten, lange, teilweise dramatisch, egal ob in der Umkleidekabine oder auf dem Sofa. Ich weine nicht, weil ich traurig bin, sondern meistens, weil mich die dollsten Glücksgefühle durchströmen, deswegen versteh ich nicht mal, was das soll, aber ja, ich weine viel. Jetzt schon wieder.

4. Ich kaufe Bücher.

Seitdem Henry geboren wurde, habe ich nicht ein einziges Buch durchgelesen. Am Anfang hatte ich keinen Nerv, dann war ich zu müde, jetzt ist eine Mischung aus beidem gepaart mit absolut keiner Zeit. Wenn Henry mal schläft, versuche ich entweder Kaffee zu trinken, zu duschen, zu arbeiten oder Kleinigkeiten in der Wohnung zu erledigen. Ich kaufe ständig Bücher, in der Hoffnung, mich würde das so anfixen, dass ich mir endlich die Zeit dafür nehme. Wie jetzt zum Beispiel: Henry schlummert, ich müsste eigentlich mal aufs Klo, mein Kaffee ist schon ausgetrunken (sehr gut!), meine Waschmaschine piepst, auf dem Tisch liegt ein riesiger Stapel Papiere, die erledigt werden müssten und ich…ich lebe die Prokrastination. Hier liegen knapp 10 neue Bücher mit schönstem Cover, tollem Klappentext, besten Bewertungen und ich kriege es einfach nicht auf die Kette, einfach mal die erste Seite aufzuschlagen.

5. Ich gönne mir alle 4 Wochen ein kleines Beauty-Programm.

Bevor Henry auf die Welt kam, war es eine absolute Seltenheit, und dann auch eher aus purer Notwendigkeit heraus, dass ich mir kleine Beauty-Anwendungen gönnte. Jetzt ist für mich diese klitzekleine Auszeit im Alltag purer Luxus und lässt mich jedes Mal durchatmen und mit einem guten Gefühl nach Hause gehen. Henry ist übrigens immer dabei und bezirzt die Damen, aber das ändert überhaupt nichts an der wunderbaren Tatsache, dass jemand anderes meine Augenbrauen im Griff hat, sich um meine Haut kümmert oder meine Füße schön macht. Ungefähr alle 4 Wochen mache ich ein Mini-Appointment, plane ca. 30 Minuten ein und bin gut zu mir selbst. Herrlich!

Jetzt hab euch fünf kleine Geheimnisse von mir verraten! Macht ihr auch so komische Sachen, seitdem ihr Mama seid? Oder überhaupt, seid ihr auch so merkwürdig wie ich?

4 thoughts on “5 Dinge, die ich erst tue, seitdem ich Mutter bin

  1. amyliebt

    Ich bin zwar keine Mama aber ich finde deine Blogeinträge total toll und kann mir vorstellen, dass sich viele Mamis darin wiederfinden. Und glaub mir, ich kaufe mir auch Bücher und lese sie dann nie .. shame on me .. und das sogar ohne kleinen Wurm zu Hause ;)

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  2. Jana

    Ich bin zwar noch nicht sehr lange Mama (gerade Mal 5 Wochen!!), aber das mit dem Weinen ist auch bei mir sehr extrem. Vorher war ich zwar emotional, konnte meine Tränen aber immer sehr gut zurück halten. Und nun trifft es einem immer wie ein Schlag! Aus Traurigkeit, dass der Papa auf Dienstreise ist und nicht bei uns oder aus Freude, weil es so unfassbar schön ist sein Baby im Arm zu haben (immer noch unvorstellbar, dass es meins ist).

    Liebste Grüße

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  3. Käthe

    Ich bin zwar noch keine Mutter, aber ich merke schon jetzt in der Schwangerschaft, dass ich meine Gefühle nicht mehr so wirklich im Griff habe. Das reicht dann von Wutausbrüchen bis hin zu Heulkrämpfen, gegen die ich rein gar nichts tun kann. Mein armer Mann steht dann immer etwas belämmert daneben :)
    LG, Käthe von Nicht 75B

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  4. Teresa

    Ich, 28-Jahre und überzeugte No-Kids-Never-Frau muss hier einmal etwas loswerden. Ich wollte wirklich nie Kinder, Karriere vor Familie und überhaupt dachte ich, dass das einfach keinen Spaß bringen könnte,- also dieses hochgelobte Muttersein. Durch Zufall und über Snapchat wurde ich auf dich Aufmerksam und seit dem (schon eine ganz schöne Weile), kann ich mir ein Leben ohne dich kaum noch vorstellen (ok – das war etwas übertrieben) aber so ähnlich. Ich finde dich großartig auf Snapchat, auf deinem Blog und auf Insta. Ich, die null Interesse in jegliche Babybreithematik hege, bin ständig mitgerissen von deinen netten Erzählungen. Du strahlst unheimlich viel Ruhe aus in deinem Muttersein und eine tolle Zufriedenheit die wirklich ansteckend ist und dazu schreibst du auch noch wirklich schön und unterhaltsam. Dank dir finde ich die Welt des Mutterseins nur noch semi-schrecklich (und das soll in meinem Fall wirklich etwas heißen). Ich finde du bist eine Bereicherung in der Onlinewelt und ich glaube auch, dass du vielen echten Mamis wirklich hilfst.

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