8 Monate mit Henry | Retrospektive

Vor ziemlich genau einem Jahr konnte ich Henry das erste Mal in meinem Bauch spüren. Ich war im 6. Monat schwanger und wartete sehnsüchtig darauf, die ersten Bewegungen zu fühlen. Meine Schwangerschaft war ein einziger Spaziergang, ich fühlte mich überhaupt nicht schwanger, einfach nur ein bisschen müde, hungrig und moppelig.  Es ist ja verrückt genug, dass im Bauch ein kleiner Minimensch heranwächst, aber wenn das auch noch nebenbei passiert, ist es wirklich surreal. Ich sehnte jede Ultraschall-Termin herbei, nur um sicher zu gehen, dass ich wirklich, ganz echt schwanger bin und der Mops nicht nur in meiner Phantasie vor sich hin zappelt und wächst. Das erste Flattern, der erste Tritt in die Seite, später dann der Po und die Beinchen, die sich kreuz und quer drehten und dann die Arme, die kopfüber HALLO winkten – es kommt mir vor, als sei es gestern gewesen.

Ich konnte es einfach nicht erwarten, Henry kennenzulernen und ihn in meinen Armen zu halten. Das danach noch so viel mehr passiert, so weit habe ich gar nicht gedacht, meine Gedanken blieben immer in den ersten Wochen nach der Geburt. Natürlich war mir bewusst, dass Henry größer wird, dass er wächst, selbstständig wird, kommuniziert und seine Persönlichkeit entwickelt, aber mir war bei aller Liebe zur Realität nicht klar, wie schnell das geht. Wenn ich mir den kleinen Frechmops heute anschaue, kann ich nicht fassen, was sich in den letzten Monaten alles verändert hat. Wir waren zwar immer schon eher Team „Homemade Spaghetti“ als Hamburger Berg, aber mein Leben vor Henry kommt mir vor wie das Leben einer Fremden. Es ist alles…so weit weg.

HENRY

Henry ist jetzt ein großes Baby, ich glaube, das beschreibt einfach am besten, was sich in den letzten Wochen getan hat. Er ist aus so vielen Kleidungsstücken rausgewachsen, passt nicht mehr in sein Beistellbett, hat ganz viel Babyspeck verloren und sieht aus…wie ein kleiner Junge. Er ist überhaupt nicht mehr winzig klein und zart und bedürftig, sondern kräftig und laut und so, so zuckersüß. Er kichert und meckert, kommt blitzschnell voran, schmeißt alles um oder nimmt es in den Mund, er mag Süßkartoffel, Nudeln und Avocado, aber bitte keinen Reis oder Hühnchen. Henry ist ein Langschläfer, er trinkt am liebsten Fencheltee aus der Tasse, er sieht am besten in senfgelb und dunkelblau aus, er liebt es, mit uns im Bett zu kuscheln und sich zwischen uns hin und her zu kugeln, er hat noch keine Zähne, knabbert aber alles an, er hat seinen ersten Unfall überstanden (vom Bett gefallen) und mir damit den ersten sorgenvollen, mütterlichen Herzinfarkt beschert. Er ist das großartigste Kind, dass uns passieren konnte und macht es uns unheimlich leicht, mit unseren Aufgaben zu wachsen. Es ist so verrückt und wirklich immer noch unglaublich für mich, ihn jeden Tag dabei zu beobachten, wie er sich verändert, dazu lernt, plötzlich neue Dinge ausprobiert oder nachmacht. Es gibt kaum etwas, das noch schöner ist, als sein unschuldiges Happy-Face am frühen Morgen, auch wenn mir eigentlich danach ist, mir mein Kissen über den Kopf zu ziehen. Babys haben leider, leider keinen Snooze-Button, nach dem Aufstehen gibts Milch und danach darf das Entertainmentprogramm auch schon losgehen.

Henry steckt gerade wieder in einem Entwicklungsschub, der wahrscheinlich dollste, den wir bisher hatten. Er ist eigentlich durchweg nörgelig und unzufrieden, überrascht uns aber täglich mit irgendwelchen neuen „Fähigkeiten“. Es fing damit an, dass er in den Flur robbte und meine Birkenstock-Latschen anknabberte. Oder dass er sein Spiegelbild angeschleckt hat. Oder dass er sich seine Tasse genommen und ganz alleine daraus getrunken hat. Er kann sich Dinge von der einen in die andere Hand geben und arbeitet ganz gut an seiner Feinmotorik. Letztes hat er sich was lustiges ausgedacht – ich hab keine Ahnung, wo er sich das abgeguckt hat – aber er legt seinen Kopf schief und lacht sich schlapp darüber und wenn man mitmacht, hat er den allergrößten Spaß. Richtig beeindruckend finde ich, dass er mittlerweile das Geräusch erkennt, wenn Alex die Tür aufschließt und strahlt über das ganze Gesicht, wenn er dann ein paar Sekunden später ins Zimmer kommt. So, so goldig! Manchmal ist er ganz niedergeschlagen, wenn er Geräusche im Hausflur hört und zur Tür schaut, aber nichts passiert. Und manchmal, wenn Alex zur Arbeit geht und er merkt, dass er nicht wiederkommt, fängt er an zu weinen (ist letzte Woche aber auch bei Lina passiert!).

Krabbeln will Henry noch nicht so wirklich, aber er robbt wie ein Weltmeister durch die Wohnung. Innerhalb von 3 Tagen hat er gelernt, statt sich durch die Zimmer zu kugeln, einfach mit den Armen vorzuziehen, die Beinchen drücken fleißig von hinten mit und schwupps, so kommt man ja plötzlich viel schneller voran. Erst war es nur zaghaft, mittlerweile robbt er von einem Raum in den nächsten. Der glatte Holzboden ist aber auch ein bisschen gemein, deswegen habe ich Kniestopper aus Schurwolle gekauft, vielleicht nützen die was. Außerdem haben wir den Eindruck, dass er langsam neuen Input braucht, was beispielsweise auch seine Spielsachen angeht. Ich hab zwar ein paar Rasseln mit Reis, Couscous und Zucker selbst gebastelt, aber die machen ihm auch nur 5 Minuten Spaß. Es wird wohl nichts so spannend wie Steckdosen, Türen oder Schuhe sein, aber wir versuchen es einfach mal mit neuen Formen, Materialien und Farben. Zum Glück ist nächsten Monat Weihnachten, da dürfen ein paar sinnvolle Spielsachen einziehen, aber einen Steckwürfel haben wir jetzt schon gekauft und er kann sich ziemlich gut damit beschäftigen.

Seit ein paar Tagen kann der Mops auch sitzen ohne umzufallen. Das ist wirklich ganz, ganz neu und ein riesiger Schritt für ihn! Manchmal sieht er wie ein kleiner Wackeldackel dabei aus, aber er hält sich ohne Hilfe und freut sich unheimlich doll darüber, dass es endlich klappt! Ich sitze eigentlich immer nur mit offenem Mund daneben und kann nicht glauben, was da gerade passiert. Wieso kann sich man mein Baby plötzlich alleine fortbewegen, alleine sitzen, sich Essen in den Mund stopfen oder lustige Sachen ausdenken?  Er hält seine Milchflasche selbst, setzt sie zwischendurch ab, um durchzuatmen oder was zu erzählen und trinkt weiter, wenn er Durst hat. Er macht Geräusche nach und streichelt ganz vorsichtig den Hund aus seinem Fühlbuch. Nagut, manchmal schleckt er ihn auch an. Ich meine, er ist ACHT Monate alt! Es ist ohne Frage absolut großartig und beängstigend und beeindruckend, was sich innerhalb so kurzer Zeit verändert hat.

Weil Henry einfach kein klitzekleines Baby mehr ist und sich immer selbstständiger durch die Welt bewegen möchten, haben wir außerdem zwei große Dinge verändert: Er sitzt seit 3 Tagen im Sportsitz von unserem Kinderwagen und LIEBT es! Die Sportsitze von Stokke sind ziemlich komfortabel und können ruckizucki in die Liegeposition eingestellt werden, für Vielspaziergänger wie uns ist das optimal! Dann haben wir außerdem sein Kinderbett geordert, weil Henry seit einigen Wochen eigentlich keine Nacht mehr in seinem Beistellbett schläft, sondern eher quer zwischen uns. Das ist nicht nur gefährlich, sondern sorgt natürlich auch dafür, dass keiner von uns mehr so richtig gut schläft, insofern haben wir uns gegen das Familienbett und für gesunde Tiefschlafphasen entschieden! Ich bin ziemlich gespannt, ob sich sein und unser Schlafverhalten dadurch verändert, im besten Fall natürlich verbessert.

Hach, ich könnte wahrscheinlich noch stundenlang so weitermachen, es ist unschwer zu erkennen: Ich bin wirklich stolz auf meinen kleinen Frechmops! He is my favourite little guy.

Die wunderschönen Fotos hat meine liebe Freundin Lina gemacht! Danke, Jü. 

3 thoughts on “8 Monate mit Henry | Retrospektive

  1. Lena

    Liebe Regina,

    Henry beim Großwerden zuzuschauen ist wirklich toll! Ihr seid eine ganz wunderbare Familie :)

    Antworten

  2. Julia

    Mein Neffe ist genau am selben Tag geboren wie Henry und daher verfolge ich Henry genauso interessiert, wie meinen kleinen Mops (der zufälligerweise auch immer so genannt wird). Wow! Aber ich habe das Gefühl, dass die Jungs motorisch einfach schneller unterwegs sind, als die Mädels. Meine Nichte (2 Wochen älter) plappert dafür sehr viel, kann aber motorisch eben noch nicht ganz mithalten. Auf jeden Fall, Long Story short, ihr habt da einen ganz zauberhaften kleinen Boy :)

    Antworten

  3. Alisa

    Es ist wirklich unglaublich, wie schnell sich Baby und Kleinkinder entwickeln. Ich selbst habe ja noch keine Kinder, aber ich sehe und bewundere das immer bei meinem Patenkind. Finde es sehr iinteressant und schön, wie du uns auch an der Entwicklung von Henry teilhaben lässt :)

    Liebe Grüße,
    Alisa von http://www.zeitvergessen.net

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.