Mein kleiner Löffel

Henry ist ein Baby, also ein ziemlich beeindruckendes, kleines Entwicklungswunder. Würden wir uns als Erwachsene immer noch so rasant nach vorne entwickeln, halleluja, ich vermute mal stark, es würde deutlich weniger Probleme auf der Welt geben. Babys sind einfach so effizient! Was die kleinen Möpse einmal lernen, das bleibt auch hängen. Stellt euch mal vor, wir würden aus unseren Fehlern lernen?! Näh, wie langweilig, worüber sollen wir denn dann noch diskutieren, streiten und lästern?

Henry kann jedenfalls, dafür dass er ja nun erst sechs Monate auf der Welt ist, eine ganze Menge: Er kann sich drehen, vom Löffel essen (zwar noch ohne Manieren, aber immerhin), robben, lachen, meckern, er erkennt uns und Menschen, die er oft sieht, er kann seine Schnute verziehen, wenn er etwas blöd findet, er sitzt mit ein bisschen Hilfe und hält seinen überproportional großen Kopf schon ziemlich gut alleine. Er liebt es, im Wasser zu plantschen, hat ein persönliches Problem mit dem Tukan, der von seinem Spielbogen runterhängt und mag definitiv kein Brokkoli. Er hört gerne Musik, ist super kitzelig (unter den Achseln und unter den Füßchen), entspannt total, wenn man seinen Rücken krault und macht manchmal Geräusche wie eine kleine Miezekatze. Ich weiß nicht, ob mir so viele Dinge zu mir einfallen würden und ich bin 28!

Neuerdings schläft Henry anders als sonst und das erinnert mich so stark an mich und meine Marotten, dass ich mich, als ich es heute Alex erzählte, fast ob dieser Erkenntnis verschluckte. Ja, er sieht vielleicht aus wie sein Papa, aber hier und da blitzt dann doch auch was von mir durch und wenn ich diese Klitzekleinigkeiten entdecke, bin ich richtig aus dem Häuschen. Na, jedenfalls hat er sich sonst immer wie ein Babymops zusammengerollt und ganz dicht an mich rangekuschelt, fast schon unter die Achselhöhle, da, wo ganz wenig Luft, es aber schön muckelig und warm ist. Well, das war zwar schön, ist aber vorbei. Henry braucht jetzt Platz und frische Luft! Er wühlt herum und dreht sich, probiert sich nächtlich durch ungefähr 200 verschiedene Schlafpositionen und landet immer bei dieser: Dem kleinen Löffel. Er kuschelt seinen Rücken an meinen Bauch und schlummert dann genau so die restliche Nacht durch. Ich wollte es ihm vor ein paar Tagen mal einfacher machen und zog ihn direkt an mich ran, aber nee, ohne die vielen Wühlstationen davor ist es einfach nicht das gleiche. Man muss sich den Löffel erarbeiten, jede Nacht wieder und Alex kennt das Prozedere nur zu gut, ich mache es schließlich seit 13 Jahren ganz genauso mit ihm.

Wir haben jetzt also einen Minilöffel im Bett und wisst ihr was? Ich liebe es. 

3 thoughts on “Mein kleiner Löffel

  1. FashionqueensDiary

    Das hört sich so goldig an und du hast immer so eine unglaublich schöne Art es so liebevoll zu beschreiben!!!

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  2. Jessica

    Tukan!!! Himmel ich überlege seit einer Woche, wie dieser Vogel sich nennt, danke xD
    Das mit dem rumwühlen kenn ich auch, ich bekomme jede Nacht ein anderes Gliedmaß ins Gesicht :)
    Meine Maus hat am Körper gern Platz, muss aber irgendwas von mir festhalten und ihre Stirn an mich drücken. Ich genieße das auch sehr, diese Zeit geht schnell genug vorbei

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  3. Dunja

    Henry ist so ein süßes Kind! Schön, toll so mitzubekommen, wie du seine Entwicklung erlebst!
    Liebe Grüße, Dunja

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