MEIN „MOM BODY“ #thoughtsonmotherhood

Zu schnell wieder zu dünn, zu lange noch zu dick, zu viele Schwangerschaftsstreifen oder gar keine – man hat das Gefühl, so wirklich recht macht man es keinem. Unser größter Kritiker? Naja, das sind natürlich immer noch wir selbst. Aber vor allem Mütter machen sich und anderen das Leben schwer, in dem sie ihre eigenen Erfahrungen zum Maßstab aller Dinge erheben und sich oft in Konkurrenz zu anderen Müttern stellen. Dabei geht es doch um keinen Wettbewerb, sondern darum, als Familie, als Frau und als Mutter zwischen tausend Aufgaben und Erwartungen eine gesunde Balance zu finden. Vor allem auf Social Media erlebt man ein unfassbares Bashing zwischen Müttern und ich frage mich: Ist bei uns immer noch nicht angekommen, das Leben anderer zu akzeptieren?

Sie hat ihre Haare in der Schwangerschaft gefärbt? Ihr Kind ist ihr wohl egal.

Sie hatte einen Kaiserschnitt? Die Arme, sie wird sich nie wirklich mit ihrem Kind connecten.

Sie stillt ihr Kind nicht? OMG, Rabenmutter.

Das kann man wohl ellenlang so weiterführen, aber ich denke, es klar geworden, was ich meine. Warum fällt es Müttern so wahnsinnig schwer, positiv zu sein, sich gegenseitig zu empowern und im Zweifel einfach mal die Klappe zu halten, anstatt mit absolut unangebrachten „Ich weiß es aber nun mal besser“-Allüren durch ihr soziales Umfeld zu berserkern? Das Thema „Solidarität unter Müttern“ ist genug Stoff für eine andere Kolumne, deswegen konzentrieren wir uns heute mal auf ein anderes heißes Topic: „Mom Body“.

Jede Frau, die ein Kind auf die Welt gebracht hat, hat wahrscheinlich die mit Abstand intensivste körperliche Erfahrung hinter sich, ganz egal ob dick, dünn, groß, klein, sportlich oder faule Maus. Man verdoppelt sich (zumindest gefühlt), spürt über Monate ein kleines Alien im Bauch und erlebt bei der Geburt (und danach) jedes Gefühl dieser Welt doppelt so doll. Es ist ein bisschen wie mit einem Luftballon, den man komplett aufbläst und dann langsam wieder die Luft rauslässt: Das Material ist nicht mehr ganz so straff, sieht bei genauem Hinsehen sogar ein kleines bisschen verschrumpelt aus und hat irgendwie die Form vom Anfang verloren. Jetzt darf man sich zu Recht fragen: Hat sie gerade Mütter mit Luftballons verglichen? Der Vergleich ist vielleicht nicht besonders nett gewählt und hinkt bei genauem Hinsehen, aber vielleicht könnt ihr euch jetzt ungefähr vorstellen, was mit dem Körper einer schwangeren Frau passiert. Lasst uns an der Stelle aber schon mal festhalten: Jede Figur verhält sich anders während und nach einer Schwangerschaft. Das ändert aber nichts an der Tatsache, seinen Körper für diese extreme Veränderung und Leistung zu respektieren – egal ob mit oder ohne sichtbare Spuren. Einen MOM BODY haben wir alle und den Respekt für die Leistung sind wir uns vor allem selbst schuldig.

Welche Fragen werden mir am häufigsten gestellt, seitdem Henry auf der Welt ist? Ich sags euch:

  1. Hast du Schwangerschaftsstreifen bekommen?
  2. Wie hast du so schnell wieder abgenommen?
  3. Schläft Henry nachts durch?

SCHWANGERSCHAFTSSTREIFEN

Ich sag euch jetzt mal, wie ich das sehe: Ich hab ein Kind bekommen, stundenlang gekämpft, meine absolute Schmerzgrenze erfahren, gelitten, den extremsten Moment meines Lebens hinter mir und bin deswegen verdammt stolz auf mich. Ja, ich bin eine Kämpferin und manche Kämpfe hinterlassen Spuren. Natürlich sind mir vorher 1000 Fragen durch den Kopf geschwirrt: Fühle ich mich danach anders in meiner Haut? Wird mein Selbstbewusstsein darunter leiden? Werde ich irgendwann wieder genauso aussehen wie vorher? Wird mein Partner mich immer noch attraktiv finden? Will ich überhaupt jemals wieder Sex haben, nachdem downstairs ein KIND rausgekommen ist? Wird mir mein Spiegelbild jemals wieder gefallen? …

Ich habe mich schon während der Schwangerschaft ziemlich viel mit meinem Körper und den ganzen Veränderungen beschäftigt, hab viel gelesen, eine Menge Produkte ausprobiert, mich trotz Eiseskälte und Müdigkeit immer viel bewegt und mental einfach auf alles eingestellt. Das hat mich vor falschen Erwartungen gerettet, denn so ein leerer, dicker Bauch nach der Geburt ist eine ziemlich ernüchternde Erfahrung. Es ist ein Prozess, danach wieder ganz bei sich anzukommen, sowohl psychisch als auch physisch. Man sagt, der Körper braucht genauso lange sich zu regenerieren, wie eine Schwangerschaft dauert: 9 Monate.

Die Schwangerschaft hat natürlich Spuren hinterlassen, auch wenn manche davon nicht unbedingt für jeden sichtbar sind. Ich habe keine Dehnungsstreifen am Bauch bekommen und das hat sehr sicher damit zu tun, dass ich mich jeden Tag eingeölt und trockene Bürstenmassagen gemacht habe. Mein Bindegewebe ist von Haus aus nicht besonders gut, deswegen glaube ich, dass meine priesterliche Pflege an der Stelle geholfen hat. Das muss nicht für jede Frau funktionieren und ich glaube auch nicht an ein spezielles Produkt, das Wunder bewirkt, aber das Zusammenspiel aus verschiedenen Steps hat anscheinend geklappt. Meine Linea Negra ist immer noch zu sehen und bis sie ganz verschwindet, werden sicherlich noch ein paar Wochen vergehen, aber ich habe mich an ihren Anblick gewöhnt und fühle mich dadurch ganz zart an meine wundervolle Schwangerschaft erinnert.

GEWICHT & ERNÄHRUNG

Ich bin 10 Wochen nach der Geburt,wieder bei meinem Ausgangsgewicht angekommen und alles, was ich dafür getan habe, ist zu stillen und mich gesund zu ernähren. Henry wächst unfassbar schnell und ist ein richtiger Mops – ich habe manchmal sogar das Gefühl, ich kriege ihn gar nicht satt. Wir gehen jeden Tag mehrere Stunden spazieren, ich esse viel Obst und Gemüse und achte darauf, dass ich NIEMALS hungrig bin, damit ich nicht die Süßigkeitenschublade plündern muss (alles schon passiert!). Ich schwöre auf Fruchtriegel mit Datteln, Feigen, Nüssen etc., weil die nicht nur süß und lecker sind, sondern ganz schnell mein Energielevel aufladen, wenn ich es brauche! Meine Mahlzeiten fallen wesentlich üppiger als in der Schwangerschaft aus, aber die Pfunde purzeln trotzdem weiter. Ich versuche, so gut es geht auf Industriezucker zu verzichten und esse eigentlich nie Fertiggerichte. Das spart nicht nur unglaublich viel Geld, sondern auch unnötige Kalorien, die dem Körper keine Energie geben, sondern nur aufblähen. Aber ja, auch ich spiele manchmal Krümelmonster und knabber an ein paar Keksen, wenn es schnell gehen muss! Letzte Woche habe ich mit meinem Rückbildungskurs angefangen und mache auch wieder 1-2 pro Woche bei  Fitnesskursen mit, um langsam wieder in Form zu kommen und ein bisschen kräftiger zu werden. Vor allem am unteren Rücken und den Oberschenkeln merke ich doch sehr, wie dringend ein paar Muskeln her müssen!

HENRY SCHLÄFT UND SCHLÄFT UND SCHLÄFT

Henry macht das ganze Theater super mit, ich nehme ihn immer zum Sport mit und integriere ihn in meine Übungen. Er kann sich zwar noch nicht sonderlich viel bewegen, aber er findet es unheimlich witzig, wenn ich über seinem Gesicht Liegestütze mache und er jedes Mal ein Küsschen bekommt oder ich komische Grimassen schneide. Wir haben mittlerweile eine ganz gute Routine entwickelt und er geht im Moment spätestens um 20 Uhr ins Bett, meistens aber etwas früher. Alex oder ich machen ihn bettfertig, dann stille ich ihn, singe ihm ein Lied und lege ihn in sein Bettchen. Manchmal schlummert er schon auf meinem Arm ein, aber meistens ist er noch ein bisschen wach, guckt sich ein wenig um und schläft ein paar Minuten später alleine ein. Das war jetzt nicht von uns so antrainiert, aber hat sich praktischerweise langsam etabliert und klappt ziemlich gut. Ist er erstmal eingeschlafen, macht er keinen Mucks und schläft bis ungefähr 3-4 Uhr morgens durch. Je nachdem, wann ich es ins Bett schaffe, kann ich also recht lange am Stück schlafen. Es kommt eher selten vor, dass er öfter nachts wach wird, aber wenn, dann kuscheln wir und er schläft bei mir ein. Meistens hat er gar keinen Hunger, sondern will nur ein bisschen Körperkontakt und ganz ehrlich, es gibt nichts schöneres, als mit Henry ganz nah am Herzen einzuschlafen! Wir stehen zwischen 6-7 Uhr auf, wenn er sich zum „Frühstück“ meldet und starten gemeinsam in den Tag.

5 thoughts on “MEIN „MOM BODY“ #thoughtsonmotherhood

  1. Annika

    Die Bilder sind wunderschön und du siehst klasse aus.

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    1. Regina
      regina

      DANKE, liebe Annika! <3

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  2. Dunja Nagel

    Hallo :)

    ich verfolge deinen Blog noch nicht so lang, find aber toll wie ehrlich und offen du schreibst :)
    Schau auch ab und zu bei Snapchat bei dir rein.
    Mach weiter so und sei stolz auf dich – jede Mutter sollte stolz auf sich sein!

    Liebe Grüße
    Dunja

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  3. Julia

    Wow! Du siehst fantastisch aus! Ich finde deinen Körper beachtlich, nachdem dein Babybauch so unglaublich riesig (und unglaublich schön!) war. Und was ich viel wichtiger finde: du siehst richtig glücklich aus und strahlst eine innere Zufriedenheit aus. Das finde ich persönlich noch um einiges schöner :)

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    1. Regina
      regina

      Das ist so ein unglaublich lieber Kommentar, vielen Dank! <3

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