Meine imaginäre“Pre-Baby-Bucket List“

Wir Frauen haben es nicht leicht. Wann genau ist denn jetzt dieser berühmte perfekte Zeitpunkt fürs erste Kind? Woher weiß ich, ob ich bereit für das bin, was nach dem positiven Schwangerschaftstest kommt? Kann ich mit den Entbehrungen leben und die vielen unbezahlbaren Momente, die kommen werden, auch als solche zu schätzen lernen? Kann ich irgendwie sicher sein, ob mir mein Leben mit Kind und Kegel überhaupt gefällt?  Ihr ahnt es schon, ich bin kein Orakel, aber den perfekten Moment? Den gibt es wohl nicht. Aber es gibt optimale, gute und naja, vielleicht weniger einfache Umstände, um diese Babysache zu meistern. Ich glaube nicht, dass es vom Alter abhängt, ob man bereit für ein Kind ist oder nicht, sondern eher davon, was man vom Leben erwartet und wo man sich selber auf dem Weg sieht. Am Ende bleibt es für jede Mama ein erstes Mal, ganz egal, ob mit Doktortitel oder frischem Abitur in der Tasche. Ich wusste schon immer, dass ich Kinder haben möchte, die Frage war immer nur, wann. Und ich bin froh, dass wir noch ein paar Jahre gewartet haben, weil ich sonst wohl viele wichtige Lektionen verpasst hätte und um einige besondere Erlebnisse ärmer wäre. Wir haben einen Zeitpunkt erwischt, an dem ich meine persönliche „Bucket-Liste-ohne-Baby“ abgeschlossen habe und bereit für den nächsten Schritt war: Das Leben mit Kindern, als Familie und einer frischen Bucket-Liste, die ihre Jugend mit gutem Gefühl hinter sich lassen konnte.

Und jetzt mal ehrlich: Jeder hat doch so eine Bucket-List, vielleicht nicht schwarz auf weiß, aber zumindest im Kopf (oder nicht?). Ein paar Dinge, die man unbedingt erleben will, bevor einem das Leben und die Dinge, die passieren können, einen Strich durch die Rechnung machen. Meine Liste war mir gar nicht so wirklich bewusst, nicht überlegt oder auf einem kleinen Zettel notiert und ich hatte auch keinen 5-Jahres-Plan, der fleißig abgehakt wurde, aber ein paar Sachen wollte ich für mich alleine erleben – ohne Verantwortung für andere zu tragen. Wir sind zwar grundsätzlich große Freunde von der Vorstellung, dass wir mit Kindern genauso weitermachen wie vorher und besondere Momente, Reisen und natürlich den Alltag als Familie leben. Auf diese kleinen zauberhaften Augenblicke freue ich mich am meisten! Aber man muss sich ja nichts vormachen: Ich werde nicht alleine monatelang auf Reisen gehen, wenn zuhause süße Möpse auf mich warten. Hmmm, wo waren wir? Ach ja, die Pre-Baby Bucket-Liste. Irgendwie fand ich die Idee schön, diese imaginäre Liste aus meinem Kopf mit euch zu teilen, jetzt, wo Henry da ist und wir mittendrin im Familiending stecken. Ein völlig neues, abenteuerliches Kapitel in unserem Leben…

Backpacking in Asien

Alex und ich haben uns diesen kleinen Traum nach dem Studium erfüllt. Wir waren so aufgeregt und konnten bis zum letzten Moment kaum glauben, dass wir das wirklich machen. Bis auf den Flug und die erste Nacht in Bangkok haben wir nichts im V0rfeld gebucht – Herzklopfen und Spannung war also von Anfang vorprogrammiert. Und es hat sich so gelohnt, diese Reise ins Ungewisse war einfach nur in jeder Hinsicht wundervoll! Wir lieben es bis heute, in Erinnerungen zu schwelgen, können uns jetzt im Nachhinein über Situationen totlachen, die damals echt unheimlich waren und sind froh, dass wir unser hart Erspartes einfach einmal mutig „aus dem Fenster“ geschmissen haben. Diese besondere Erfahrung ist nicht mit Geld aufzuwiegen und die Erinnerung daran gehört ein Leben lang uns.

Wenigstens einmal gut aussehen im Bikini

Klingt bekloppt, ist es wahrscheinlich auch, aber ich wollte wenigstens EINMAL IN MEINEM LEBEN so richtig gut in einem Bikini aussehen! Also, so gut, dass ich selber auch wirklich nichts mehr auszusetzen habe. Ich kann mich genau an den Sommer erinnern, irgendwann im Studium, als ich priesterlich jeden Tag Sport gemacht habe und genau spüren konnte, wie sehr sich mein Körper veränderte. Also, positiv jetzt. Ich fass es kurz: Es hat verdammt viel Schweiß und Mühe gekostet, aber es hat geklappt. Und nein, Spaß hat es nicht gemacht, auch nicht mit ganz viel Einbildung. Das Gute ist ja, dass ich jetzt zumindest davon ausgehen kann, dass ich es wieder könnte, wenn ich wirklich wollte! Nicht der schlechteste Gedanke, wenn man bedenkt, dass ich wahrscheinlich ein starkes Stück Arbeit vor mir habe…

In meine Lieblingsstadt ziehen

Ihr wisst wahrscheinlich, wovon ich rede: Hamburg, meine Perle, mein liebstes Zuhause. Seitdem ich in der 9.Klasse das erste Mal hier war, wusste ich, dass diese Stadt immer etwas ganz besonderses für mich sein wird und der Plan, irgendwann mal hier zu wohnen, war damals auf der Musikkursfahrt geboren. Es ist alles so viel besser geworden, als ich es mir je hätte ausmalen können und ich bin so glücklich, dass wir es immer wieder geschafft haben, ungewöhnliche Wege zu gehen! Das Leben ist natürlich einfacher, wenn man sich nicht aus seiner Comfort-Zone rausbewegen muss, aber ich schätze, das ist einfach nicht unser Stil. Ich finde es phantastisch, dass Henry hier auf die Welt gekommen ist und ein echter Hamburger ist! Er ist jetzt schon cooler, als wir je werden… Das sagt ja eigentlich schon alles, er wird irgendwann mal ein richtig guter Typ.

Work it!

Ich wusste nie so genau, was ich beruflich machen will, was wahrscheinlich daran liegt, dass mir niemand von diesen ganzen neuen, coolen Berufen da draußen erzählt hat! Ich wurde immer blöd belächelt, wenn ich gesagt habe, dass ich „was kreatives“ machen will – was soll das schon sein? Und dann hab ich eben, weil ich nicht wusste, was ich sonst machen soll, auf Lehramt studiert. Ich bereue mein Studium nicht, aber so richtig viel gebracht hat es mir jetzt auch nicht… Das meiste Wissen für meinen Job habe ich mir selbst beigebracht und das heißt im Klartext: Verdammt viele Überstunden, viele Online-Kurse, viel Learning-by-doing und jede Menge Fehler. Aber hey, ich hab es geschafft und ich glaube immer noch fest daran, dass es bei manchen Jobs wirklich völlig egal ist, wo man herkommt, wenn man gut ist!

Mir war immer klar, dass ich zumindest den Grundstein für meine berufliche Laufbahn legen will, bevor ich Mutter werde. Vielleicht seht ihr das anders, aber zu arbeiten macht mich tatsächlich glücklich. Ich brauche den Stress, das Adrenalin, kreative Challenges und die Möglichkeit, mich immer wieder neu herauszufordern. Jetzt, wo ich seit über 3 Jahren im Berufsleben stehe, ein paar Ups & Downs hinter mir habe und zumindest die Richtung meiner beruflichen Zukunft erahnen kann, kann ich mit gutem Gewissen eine kleine Pause einlegen und mich (zumindest für eine kleine Weile) zu 100% nur um den Mops kümmern.

Im Ausland leben

Haken dran! Ich hab mich nach meinem Abitur 2007 mal an dem Projekt „Au Pair“ versucht. Ich habe eine Familie in Boston, USA erwischt, die…sagen wir es mal so, nicht ganz einfach war. Das Projekt lief also nicht unbedingt erfolgreich, ich hatte das schlimmste Heimweh meines Lebens und wollte einfach nur zurück nach Hause. Aber immerhin hab ich 5 Monate ausgehalten, war ein paar Mal im Big Apple, bin Will Smith über den Weg gelaufen, habe einen richtigen Winter erlebt, bin das erste Mal Ski gefahren, habe 5kg zugenommen, filmreife Studentenpartys mitgefeiert und bin x-Mal an meine persönlichen Grenzen gestoßen. Es kann ganz schön nerven, mit sich selbst zurechtkommen zu müssen, wenn sonst niemand da ist, aber wir (also ich+ich) haben ganz gut die Kurve gekriegt. Ich finde, es gehört auch Mut dazu, etwas abzubrechen, wenn es nicht funktioniert und bis ich mich getraut habe, den Gedanken auszusprechen, habe ich diesen Satz wie ein Gebet im Kopf aufgesagt. Es hat gut getan, wieder nach Hause zu kommen, bei Alex und meiner Familie zu sein und ich hab mich auch im Nachhinein nie geärgert, dass ich mich für den Abbruch entschieden habe!

So und jetzt lasst mich bitte nicht alleine dastehen mit meiner komischen Pre-Baby Bucket Liste! Was steht auf eurer imaginären Liste?

4 thoughts on “Meine imaginäre“Pre-Baby-Bucket List“

  1. Sonja

    Also ich musste gerade echt lachen, denn der Punkt mit dem Bikini steht bei mir auch auf der Liste :D Typisch Frau ;)

    Ganz Liebe Grüsse, Sonja
    http://www.littlewhitepages.wordpress.com

    Antworten

    1. Regina
      regina

      Ja…war mir auch ein bisschen peinlich, das hier aufzuschreiben, aber gut :-)

      Liebe Grüße

      Antworten

  2. Susi

    Hallo,
    ich habe vor kurzem tatsächlich angefangen mir darüber Gedanken zu machen. Auf meiner Liste stehen viele Reiseziele, die mit Kind nicht so optimal sind. Außerdem inwieweit ich beruflich vorankommen möchte und ich möchte mindestens 2 Jahre so richtig mit meinem Freund zusammen wohnen. Dafür fehlt uns im Moment noch die perfekte Wohnung. Ansonsten möchte ich auch vor einem dicken Babybauch heiraten, weil im Bikini fühle ich mich wohl und das soll auch bitte im Hochzeitskleid so sein :D
    Ansonsten besorge ich mir die Portion Baby immer bei der Arbeit, da ich nebenher in einer großen Kita + Krippe arbeite. Da ist man doch auch immer wieder froh, wenn man Feierabend hat, was man mit Kind schließlich nie hat.
    Liebe Grüße, Susi

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  3. Malika

    Also, bei mir hat das ganze Thema noch laaange Zeit (ich mache gerade erst Abitur), aber tatsächlich denke ich mir schon so ein paar Sachen, die noch sein müssen, bevor ich an Familiengründung denke :D Und die sind deinen gar nicht mal so unähnlich!
    – ich möchte unbedingt mal für längere Zeit reisen
    – Ausland habe ich zwar schon gemacht für ein Jahr, mache ich aber auch gerne nochmal
    – ich möchte studieren
    – ich möchte mal allein (ganz alleine) gelebt haben

    Das wären so die Sachen, die mir spontan einfallen würden :D
    Liebe Grüße,
    Malika

    PS: Ganz andere Sache, aber nachdem ich bei Lina schon den Link zu dem Fruit Swirl Bread gesehen habe und überhaupt nicht gecheckt habe, wie man das macht, habe ich es auf deinen Post hin dann heute doch mal ausprobiert und es schmeckt ja soo unglaublich gut!!! Der Spargel-Flammkuchen folgt am Wochenende :)

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