Body Image – In meiner Haut

Schwanger zu sein gehört zu den emotionalsten und schönsten Erfahrungen, die ich jemals erlebt habe. Ich liege jeden Abend auf dem Sofa, kitzel den kleinen Mops an den Füßen, wenn er mich ärgert und kann mich einfach nicht daran gewöhnen, dass er wirklich in meinem Bauch lebt, wächst und spielt. Ich bin in fast jeder Hinsicht überrascht davon, wie ich diese Veränderung wahrnehme, wie es mir geht und dass es sich für mich so natürlich anfühlt, Mama zu werden. Machen wir uns nichts vor – es werden ganz sicher Zeiten kommen, in denen ich mir diese rosarote Brille zurückwünsche und traurig in meinen schrumpeligen Bauch kneife, aber gerade deswegen will ich ein paar Worte zum Thema „Body Image“ verlieren.

Übrigens: Kein Grund für einen Herzinfarkt! Ich bin natürlich NICHT nackig auf dem Bild, den Schlüppi sieht man nur unter dem Bauch nicht mehr. Das ist also meine Perspektive – in jeder Hinsicht. :-)

Ich habe ehrlichweise erwartet, dass mich die körperlichen Veränderungen irgendwie verunsichern würden. Ich war zwar nie fixiert auf mein Gewicht oder meine Figur, aber hatte in der Vergangenheit auch sehr viel Glück damit, dass beides ohne viel Arbeit immer mehr als gut waren. Mal sehen, wie schnell ich mich jetzt wieder in einen Bikini traue…

Ich bin froh, dass Alex genau weiß, was er sagen muss, um mein Selbstbewusstsein bei Laune zu halten. Körperlichkeit und Intimität kann in der Schwangerschaft ein sensibles Thema sein, wenn man irgendwie nicht so richtig weiß, wohin mit sich, die einfachsten Bewegunen plötzlich nicht mehr so elegant aussehen und sich die neuen Kurven manchmal nicht anfühlen, als gehörten sie zu einem. Ich mache ein paar Mal pro Woche mit einem Online-Kurs Schwangerschaftsyoga zuhause, zünde vorher ein paar Kerzen an und ziehe mir was gemütliches an. Das klingt so klischééhaft, aber was solls…wenn es hilft, dann bin ich dabei. Meinen Körper und meine Muskeln zu fühlen ist unglaublich hilfreich, um zu verstehen, was da eigentlich in mir und mit mir passiert, mich so anzunehmen und diese besondere Zeit einfach zu genießen. Das ganze Geturne und die teilweise mehr als peinlichen Übungen belohnen mich mit dem besten Körpergefühl, dass ich jemals hatte! Ich glaube, es hilft schon, wenn man jeden Tag 15 Minuten irgendetwas macht – Tanzen, Spazieren oder Yoga, völlig egal. Ich habe zwar schon ein paar kleinere Veränderungen bemerkt, wie klitzekleine Besenreißer oder Cellulite am Oberschenkel, aber kann das ziemlich gelassen ausblenden.

Mein eigenes Urteil über mich, über meine Beine, meine Haut, meinen Bauch, meinen Po fällt sehr viel milder aus, als ich es sonst so von mir gewohnt bin. Wahrscheinlich liegt es daran, wie sehr ich es genieße, meinen Körper dabei zu beobachten, ein kleines Wunder zu vollbringen, ohne dass ich viel dafür tun muss. Hallo, da wächst ein Mensch drin – wie irre ist das denn, bitte? Das soll nicht naiv klingen, ich gehöre normalerweise nicht zu den Frauen, die ein paar Kilo mehr locker abwedeln. Mir ist klar, dass ich in ein paar Monaten vielleicht schon ganz anders darüber denke und mir meine verdammte Größe 34 zurückwünsche! Aber jetzt gerade bin ich sehr zufrieden und das ist mehr, als ich vielleicht sonst über mein Körpergefühl gesagt hätte. Ich mag meinen kleinen Kugelbauch, in dem mein Mops tanzt und meine Brüste, die zum ersten Mal in meinem Leben ein B-Körbchen voll ausfüllen. Kein Grund also, sich über irgendetwas zu beschweren.

Ich würde jetzt auch mal von mir behaupten, dass ich wesentlich gelassener geworden bin. Das klingt selbst für mich irgendwie paradox – „entspannt“ ist nicht unbedingt ein Prädikat, dass ich mir zuschreiben würde – aber es stimmt! Ich hatte ein bisschen Angst davor, zu MOMZILLA zu mutieren, sobald sich ein Kind ankündigt, weil ich das einfach schon viel zu oft in meinem Umfeld erlebt habe. Plötzlich werden aus coolen Mädels schrecklich langweilige und spießige Mütter und das halte ich für ein wahres Dilemma! Wahrscheinlich ist das (und das Buch „Unter dem Herzen“ von Ildiko v. Kürthy) der Grund dafür, dass ich bisher jedem Schwangerschafts-Yogakurs, Vorbereitungskursen und pipapo ferngeblieben bin. Ich lese keine Eltern-Baby-Ratgeber, studiere keine Stiftung-Warentests und bin auch sonst wirklich entspannt, wenn es um unser Kind geht. Ich freue mich einfach wahnsinnig darauf, den kleinen Mops in den Armen zu halten und bin mir sicher, dass wir – ob mit fundiertem Fachwissen oder ohne – alles tun werden, um die besten Eltern zu sein. „Zurück zum Bauchgefühl!“ ist mein Motto und damit fühle ich mich absolut auf der sicheren Seite! Irgendwo in mir drin schlummert bestimmt noch ein kleiner Rest Mutter Natur und stattet mich, wenn es soweit ist, mit den richtigen Instinkten aus…

 

Ich freu mich über eure Gedanken zu dem Thema, lasst mir doch eure Meinung dazu da!

7 thoughts on “Body Image – In meiner Haut

  1. FashionqueensDiary

    Super schön geschrieben! Ich bin zwar nicht schwanger^^, kann aber durch deine Worte absolut nachempfinden was du meinst!

    LG

    Antworten

    1. Regina
      regina

      Danke, Liebes! <3

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  2. Nummer Neun

    Die Bildunterschrift zerstört natürlich ein wenig die Magie des Fotos :)

    PS: Ich bin auch nicht schwanger ;)

    Antworten

    1. Regina
      regina

      Mensch Nummer Neun, du bist aber streng :) Auf Insta gibts das Bild auch ohne Schriftzug, da darst du dich verzaubern lassen .-)

      Luebe Grüße

      Antworten

  3. todayis Mag

    Ein sehr schöner Text. Toll, wie du das Schwanger sein beschreibst :)

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    1. Regina
      regina

      Danke, schön, dass dir der Text gefällt!

      Liebe Grüße, Regina

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  4. Jessica

    Das hast du wirklich schön geschrieben. Süß wie du schreibst, dass du sogar schon Cellulite entdeckt hast :) Die habe ich schon mit 14 an mir entdeckt und damals war ich noch sehr sehr schlank, sogar eher dünn, ja so unterschiedlich ist das :)
    Ich bin gerade in der 18. SSW , ab morgen in der 19. Bevor ich schwanger wurde, befand ich mich auf dem Höchstpunkt meines Gewichts und habe beschlossen, dass ich wirklich etwas abspecken muss. Daher gelingt es mir nicht immer, locker zu bleiben weil ich mich eben vorher schon als „zu viel“ empfunden habe. Auch die Sache mit der Brust. Ich habe auch natürlich schon recht viel, daher gehöre ich zu den Frauen, die sich nicht über das Brustwachstum freuen. Und eventuell muss ich meinen Frieden damit schließen, dass sie nach der Geburt nicht mehr straff aufrecht stehen. Ein bisschen ist das schon etwas, was an meinem Selbstbewusstsein nagt.
    ABER… irgendwie nie wirklich lang. Denn das was da in mir geschieht ist der Hammer. Und ich sah noch nie so glücklich aus, hatte noch nie so eine Ausstrahlung wie derzeit. Irgendwie ist das alles nicht wirklich wichtig, wenn ich daran denke, was mein Körper da gerade leistet. Ich bin unsagbar stolz auf ihn! :)

    Auch lass ich mich nicht bekloppt machen. Ich besuche ebenso keine Kurse (außer bald einen Vorbereitungskurs, weil ich außerklinisch gebären werde, wenn alles gut geht bis zum Schluss) und lese auch GARNICHT in irgendwelchen Foren etc.
    Ich teile und lebe meine Freude mit allen Freunden und liebsten Familienmitgliedern voll aus, aber ich kann und will mich auch gerne noch auf andere Dinge konzentrieren :)

    Dir weiterhin alles gute!

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