My Diary #week46

Montag Abend. Ich habe es gerade geschafft, die Wäsche aufzuhängen, meine Quiche ist im Ofen und endlich habe ich 15 Minuten freie Zeit, um diesen Post zu beenden. Mir haben ein bisschen die Worte gefehlt und ich habe es dabei belassen auch mal zu schweigen.

Kennt ihr diese Tage, die irgendwie einfach nur an einem vorbeiziehen und es passiert nichts, worüber man auch nur annähernd etwas spannendes erzählen könnte? So ähnlich ging es mir diese Woche. Warum ich trotzdem einen Tagebucheintrag verfasse? Weil es manchmal vielleicht auch nur darum geht, selbst an solchen Tagen das Gute zu sehen – ein kleiner Zauber ist meistens doch irgendwo versteckt. Gerade die Ereignisse des letzten Wochenendes haben mich in die Gegenwart zurückgeholt: Das Leben ist kostbar und sowas wie Frieden alles andere als selbstverständlich. Spazieren gehen, schnell was zu Essen holen, Serien auf dem Sofa schauen, mit Freunden frühstücken gehen, ohne Sorgen schlafen – das alles ist ein ungeheurer Luxus, über den es sich doch lohnen sollte, ein paar Worte zu verlieren.

Gedacht: Ich denke, persönliche Meinungen oder Statements zu so schrecklichen Ereignissen wie in Paris, Beirut und Libanon haben auf Social Media wenig verloren oder müssen mit einer unglaublichen Sensibilität bedient werden. Das ist auch der Grund, warum ich dem Thema hier nicht so viel Platz einräumen werde, wie ich vielleicht gerne würde. Was ich persönlich empfinde, hat vor dem Hintergrund, dass andere Menschen persönlich betroffen sind, einfach keine Bedeutung. Was teilweise auf Facebook, Instagram und Co. seinen Weg in die Öffentlichkeit findet, ist an Dummheit und Ignoranz kaum noch zu überbieten. Wir reden hier über echte Menschen, über echte Schicksale, über echte Familien, über echtes Leid, über echten Krieg! Sich das vor Augen zu halten, hilft, wieder auf dem Boden der Realität anzukommen. Ja, ich habe Angst davor, was in den nächsten Monaten passieren könnte, welche Dynamiken sich vielleicht entwickeln werden, die für mich als politischen Laien kaum nachzuvollziehen, geschweige denn, vorherzusehen sind. Ich weiß nicht, in was für einen Ort die diese Welt entwickelt, in der meine Kinder aufwachsen müssen. Ich frage mich, ob uns in unserem westlichen Kokon eigentlich klar ist, was Humanität und Solidarität bedeutet – abgesehen davon, dass die Wörter wahnsinnig klug klingen. Ich weiß aber, dass ich immer nur für mich sprechen kann und ich fühle eine Pflicht auf meinen Schultern, dabei zu helfen, diese Welt, meine Welt, zu einer besseren zu machen.

Gelesen: Ich hab mich in den letzten Wochen unglaublich schwer damit getan, ein gutes Buch zu finden! Meine Gefühlslage ändert sich ca. 32x am Tag und wenn ich morgens Lust auf eine seichte Romanze habe, kann das abends schon wieder ganz anders aussehen. Was gar nicht geht: Blutrünstige Krimis oder Psychothriller, selbst ein Fitzek kommt mir momentan nicht in den Warenkorb! Nach ein paar Rezensionen habe ich angefangen mit „Als ich dich fand“ von Cathryn Ryan Hyde. Was nach einer eher labbrigen Liebeskiste klingt, ist in Wahrheit die zart erzählte Geschichte über einen Jungen, der nach seiner Geburt ausgesetzt und von einem Mann gefunden wird, der ihn liebevoll aufzieht. Meine Güte, genau mein Thema und ich habe nach knapp 30 Minuten schon Rotz und Wasser geheult. An manchen Stellen hätte der Autor viel mehr in die Tiefe gehen können oder die Charaktere ein bisschen besser beobachten sollen, es wurde nicht so kraftvoll erzählt, wie ich es mit vielleicht gewünscht hätte, aber es war eine wirklich nette Lektüre für das verregnete Wochenende! Trotzdem bin ich wieder voll im Rausch und habe mir knapp 10 neue Bücher auf mein Kindle gezogen!

Gemeckert: Ich fühle mich mittlerweile wie ein Elefant im Porzellanladen, so tollpatschig war ich noch nie! Langsam machen sich die zusätzlichen Kilo bemerkbar. Mein Rücken tut weh, ich bin unfassbar langsam zu Fuß unterwegs,  habe fast jeden Abend nerviges Sodbrennen und musste mich an ein paar lustige Hausfrauen-Verdauungs-Tipps wagen, damit hier überhaupt irgendwas passiert. Außerdem wächst der Mops und das fühlt sich teilweise wirklich unangenehm an, weil es überall drückt und ziept.

Gekauft: Wir haben den bisher größten Einkauf für unser Mopskind getätigt: Den Kinderwagen! Nach viel Recherche, vielen guten Tipps und ein bisschen Beobachtung haben wir uns im Endeffekt für den Mutsy „Evo“ entschieden. Die Bewertungen sind im Allgemeinen recht gut (aber wirklich gut schneidet da leider niemand ab…warum auch immer), ich finde das Design wirklich super und habe in Hamburg mittlerweile so unfassbar viele Eltern mit dem Kinderwagen gesehen, dass mich allein das schon überzeugt hätte. Außerdem ist der Preis zwischen den ganzen Luxuskarosserien echt moderat – was ja nicht unerheblich ist, wenn wir ganz ehrlich sind. Da außerdem ein kleiner Gutschein in meinem Postfach gelandet ist, war es letzte Woche soweit und wir haben endlich auf „Kaufen“ geklickt. Danach waren wir total aufgeregt, sowas verrücktes kauft man schließlich nicht jeden Tag. Heute oder morgen kommt er dann endlich an, Erfahrungswerte gibts irgendwann in ein paar Monaten, wenn der Mops da ist.

Gesehen: Ich hab Alex dazu überredet, mit mir „Spectre“ im Kino zu schauen und musste dafür Pizza und Nachtisch springen lassen. Der Film war leider nur halbgut, auch wenn ich mir Daniel Craig im Anzug stundenlang ansehen könnte (jetzt ist auch die Wahl auf Alex Anzug gefallen, falls wir mal heiraten sollten. Es wird ein Tom Ford!)…

Gewünscht: Eine Kitchen Aid! Ich glaube, jetzt ist es soweit. Meine Freundin meinte richtigerweise: „Wenn du sie dir jetzt nicht kaufst, wird es wahrscheinlich sehr lange dauern, bis du dir wieder was richtig feines nur für dich gönnst!“ Seh ich auch so und weil ich dieses Jahr besonders brav war, belohne ich mich zu Weihnachten einfach mal selbst. Sobald sie da ist, verrate ich euch auch, welche Farbe es denn nun geworden ist!

Gegessen: Ich schaffe es seit ein paar Wochen wieder, meine wöchentlichen Kochpläne zu schreiben. Das erleichtert uns unsere Einkäufe und vor allem den allabendlichen Stress, womit wir uns nur die Bäuche vollschlagen könnten. Montag gabs „Griechischen Brotsalat“ und der war verdammt nochmal SO lecker, dass der sogar 3x in dieser Woche auf unseren Tellern gelandet ist! Rezept für meine Version folgt, ansonsten gibt es eine tolle Inspiration in der neuen „Deli“!

Geteilt: Meine Monats-Favoriten. Ihr könnt ja mal reinschalten, wenn ihr Lust habt.

 

Ich wünsche euch einen wirklich guten Start in die neue Woche! Denkt positiv, seid gute Menschen und vergesst nicht, was für ein schönes, wunderbares Leben wir hier haben!

 

 

 

 

5 thoughts on “My Diary #week46

  1. Melanie

    Liebe Regina,
    ich habe – so glaube ich – noch nie einen Kommentar hiergelassen, aber gerade kann ich nicht anders. Wie jeden Morgen sitze ich gemütlich beim Frühstück und scrolle durch meine Lieblingsblogs, seit einigen Tagen jedoch macht mich das fassungslos. Ich bin schockiert über die vielen einfach dahergesagten Mitleidsbekundungen auf allen Kanälen und dem vorherrschenden Glauben, auf diesen Zug aufspringen zu müssen. Anteilnahme ist wichtig und sie bringt eine gesunde Sensibilität für diese heiklen Themen mit, doch ist es in meinen Augen wahnsinnig gefährlich, seine Meinung überall zu verbreiten – zumal daraus oftmals lange, lange Diskussionen mit hochgeschaukelten Emotionen und vielen bösen Worten entstehen.
    Und wenn ich ehrlich bin, lese ich gerade in dieser Zeit liebend gern „normale“ Artikel auf persönlichen Blogs, denn trotz allem Wahnsinn in der Welt, möchte ich mich über neue Café-Tipps, Reisefotos oder den liebevollen Bericht über einen aufregenden Kinderwageneinkauf freuen. :-)
    Alles Liebe,
    Melanie

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    1. Regina
      regina

      Liebe Melanie, ja, das Thema ist unglaublich sensibel – natürlich darf/kann/soll jeder auf seine Weise Anteilnahme zeigen, das will ich auch gar nicht verurteilen, allerdings fehlt mir manchmal dann einfach das Fünkchen Behutsamkeit und Taktgefühl. Viel schlimmer finde ich allerdings, dass jeder seine eigenen Anonymous-Verschwörungstheorien im Internet verbreitet und sich dabei nicht bekloppt vorkommt. Das meinte ich damit, dass jeder seine politische Meinung im www. verbreitet, ohne vernünftig darüber nachzudenken, was man da für einen Mist verzapft! Ich musste direkt wieder knapp 10 Leute bei FB „entfreunden“, weil ich meinen Augen nicht trauen konnte…du hast völlig Recht, da kochen unkontrolliert Emotionen hoch und was man einmal gesagt hat, steht dann schwarz auf weiß im INTERNET.
      Mir geht es da wie dir: Gerade jetzt müssen wir die Kurve zurück zu den schönen, einfachen, echten Dingen kriegen, damit das Leben nicht an Farbe verliert!
      Ich drücke dich, Regina

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  2. Malika

    Ich finde es auch mega beruhigend, dass es noch normale Posts gibt. Weil diese Welt gar nicht stillstehen kann. Trotzdem habe ich es mir nicht nehmen lassen, ein paar Gedanken zum Terrorismus auf meinem Blog loszuwerden. Und ich habe dich zitiert (natürlich mit Quellenangabe und Link zu deinem Blog!), weil es einfach so ein schöner Abschlusssatz ist: „Das Leben ist kostbar und sowas wie Frieden alles andere als selbstverständlich.“
    Ich hoffe, das war okay und du bist mr nicht böse deswegen…
    Liebe Grüße♥
    Malika

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    1. Regina
      regina

      Ich stimme dir da auf jeden Fall zu – das Leben geht nun mal weiter, deswegen ist wichtig, dass man trotz allem den Blick für die Dinge, die vor der eigenen Nase liegen, nicht verliert!

      Klar ist das ok, lieben Dank fürs Zitieren!

      Ganz liebe Grüße an dich, Regina

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      1. Malika

        Jetzt habe ich über die ganze Thematik vergessen, dir auszurichten, wie toll ich das Bild finde! Ich finde es sehr ausdrucksstark und irgendwie mal was anderes, das gefällt mir :)

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