Lernen, scheitern, aufstehen, loslassen, lieben.

Ich bin immer an vorderster Front, wenn es darum geht, sein Leben umzukrempeln. Also, bei anderen, nicht bei mir. Wenn mir jemand erzählt, dass er mit 30 nochmal eine Ausbildung zum Handwerker machen will? Go for it. Wenn jemand seine bezahlbare 3 Zimmer Wohnung in Hamburg Eppendorf aufgibt, um nochmal „ein bisschen zu reisen“, stimme ich aus absolut selbstlosen Gründen immer dafür (auch wenn ich die Wohnung ohne mit der Wimper zu zucken übernehmen würde…). Ich bewundere Menschen, die so mutig sind, wieder von vorne anzufangen oder alles umzukrempeln, ganz egal, worum es geht. Das IST Leben für mich: lernen, gehen, scheitern, aufstehen, loslassen, lieben.

Ich brenne gerne für dich mit. Aber bei mir selber reicht es meistens nur für ein kleines Feuerchen, wenn überhaupt ein Teelicht. Mir fehlt meistens das letzte Stückchen Energie, die letzte Überzeugung, der entfesselnde Mut, um über meinen Schatten zu springen und mich wirklich zu trauen, etwas Neues zu wagen. Ich spreche nicht von einer absurd teuren Reise oder davon, plötzlich irgendwo ein Haus hinzupflanzen – ich spreche davon, verantwortungsbewusst mit mir und meinen Träumen umzugehen. Mich ernst zu nehmen und auf meinen Bauch zu hören. Ich benutze erschreckend viele Konjunktive in meinem Alltag. Ich erwische mich täglich dabei, wie ich andere für ihr Leben bewundere (und wieder meine ich nicht die vielen rosa Tulpen oder teuren Handtaschen, die einem auf Instagram entgegen springen…) und schlafe abends mit dem gewohnten Gefühl ein, dass dafür irgendwann noch Zeit ist.

Zwischendurch versuch ich es ja und frage mich mehr oder weniger ehrlich: Was würdest du jetzt sofort tun, wenn du könntest? Und das bringt mich schon so ziemlich an den Rand der Verzweiflung. Würde ich auch eine neue Ausbildung machen? Nein, auf gar keinen Fall. Würde ich meinen Koffer packen und einfach für ein paar Monate wegfahren? Ja, wäre schon eher mein Style. Würde ich eine Familie gründen und mich um Kind und Mops kümmern? Ehm, ja, sofort. SOFORT. Allein schon wegen dem Mops. Da hören meine Träume auch schon auf. Entweder bin ich zu phantasielos oder irgendwie doch ganz zufrieden damit, wie es ist.

Manchmal, wenn ich mich und mein Leben für unfassbar langweilig halte, dann holt Alex mich auf den Boden zurück. Langweilig? Auf gar keinen Fall, dafür bin ich wirklich zu dramatisch veranlagt.  Aber ich langweile mich schnell und das ist ein Unterschied. Ich brauche keine Action, keine Abrissbirne in meinem Wohnzimmer und keine lebensverändernen Maßnahmen. Ich brauche den Kopf frei, um Gedanken zuzulassen, um Mut zu tanken, um mich inspirieren zu lassen. Und dann, wenn ich wieder atmen kann, habe ich vielleicht sogar die Kraft, um ein paar kleine Dinge in die Hand zu nehmen, die mir momentan noch sehr weit weg scheinen…

 

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  • Hemd: Campus men (old)
  • Jeans: JBrand
  • Shirt, Heels: Zara
  • Tasche: ASOS

3 thoughts on “Lernen, scheitern, aufstehen, loslassen, lieben.

  1. Maren

    Liebe Regina,

    ich kann dir da irgendwie in ziemlich vielen Punkten zustimmen. Menschen, die den Mut haben, ihre Träume zu verwirklichen, aus dem Alltag ausbrechen und ihre Vernunft einfach mal hinter sich lassen, bewundere ich sehr. Ich würde auch jedem dazu raten, immer auf sein Herz zu hören, aber selbst höre ich dann nur auf meinen Verstand und stelle meine eigenen Bedürfnisse oft hinten an. Ich hoffe, dass wir beide es mal schaffen, das zu ändern. :)

    Allerliebste Grüße,
    Maren

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  2. Luise

    Ein richtig toll geschriebener Text und ich kann so gut nachvollziehen über was du geschrieben hast.
    Dein Outfit gefällt mir übrigens auch sehr gut.

    Liebe Grüße
    Luise | http://www.just-myself.com

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  3. Ronja

    Toller Text. :)

    Auch ich kann dir da nur zustimmen. Manchmal würde man gern so viel ändern
    und Neues wagen, entdecken und am nächsten Tag freut man sich doch wieder auf
    seinen Bürostuhl, die Couch am Abend und alles gewohnte im Leben. Aber solang dies auch glücklich macht, ist das ok. :)

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